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01.02.2016, 06:00 Uhr KULTUR UNTER BESTANDSSCHUTZ?

Staatsoper Stuttgart vor der Renovierung

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Plädoyer für den Bestandsschutz: Der Schweizer Jossi Wieler, Intendant der Oper Stuttgart. Foto: dpaPlädoyer für den Bestandsschutz: Der Schweizer Jossi Wieler, Intendant der Oper Stuttgart. Foto: dpa

Osnabrück. Die Staatsoper Stuttgart soll renoviert werden. Sie ist ein Beispiel für die Renovierungswelle in der Kultur. Ein guter Grund, Programmatiken mit zu überdenken.

Wie sich die Zeiten wandeln. Auf den Bauboom vor allem der Achtzigerjahre folgt nun die Renovierungswelle der Jahre nach 2000. Das Kulturterrain ist erobert, jetzt geht es um Bestandserhalt. Das prägt auch die Argumentationsmuster vieler Kulturmacher. Sie setzen, wie nun Stuttgarts Intendant Jossi Wieler, auf Tradition, nicht auf Erneuerung. Hier weiterlesen: Der Streit um das Bremer Museum Weserburg.

Das ist fatal. Wer nur den Bestand renoviert, ohne seine Funktion zu überdenken, handelt kurzsichtig. Dabei wäre es jetzt an der Zeit, darüber nachzudenken, wie gerade die großen Kulturhäuser in eine Gesellschaft passen, die von zunehmender Migration und entsprechendem kulturellen Wandel geprägt sein wird. Seltsam, dass jetzt ausgerechnet die Helden des einst frechen Regietheaters nur Bestandsschutz im Sinn haben. Von Aufbruch keine Spur. Dabei wäre jetzt die Zeit reif für eine neue Debatte um die Programmatik der Kultur und ihre Häuser. Hier weiterlesen: Gutes Zeichen für Europa - Ringtausch der Museumsleiter .