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21.01.2016, 16:22 Uhr WO BLEIBT DAS THEMA FRIEDEN?

Kultur und Geld: Varusschlachtmuseum im Zielkonflikt

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Die Piraten kommen: Museumsgeschäftsführer Joseph Rottmann (links) und Archäologe Salvatore Ortisi haben sie voll im Blick. Foto: Jörn MartensDie Piraten kommen: Museumsgeschäftsführer Joseph Rottmann (links) und Archäologe Salvatore Ortisi haben sie voll im Blick. Foto: Jörn Martens

Bramsche. Das Varusschlachtmuseum muss Geld erwirtschaften. Wünschenswerte Inhalte bleiben da auf der Strecke. Der Zielkonflikt scheint kaum auflösbar.

Jack Sparrow im Osnabrücker Land? Man mag über das Thema Piraten ausgerechnet im Museum zur Varusschlacht lächeln. Das Programm zeigt jedenfalls, dass Historie und Archäologie so verkauft werden sollten, dass sie Besucher in großer Zahl anziehen. Das Kalkrieser Museum steht unter dem Druck, Erlöse in erheblichem Umfang erzielen zu müssen. Das prägt auch Programm und Arbeitsweise des Hauses. Hier weiterlesen: Was das Varusschlachtmuseum plant - Vorschau 2016 .

Die Konsequenz: Ausstellungsprogramm und Forschungsvorhaben treten auseinander. Während das Haus Piratenromantik verbreitet, suchen Archäologen auf dem Land nach Siedlungsbelegen. Ihr Thema ist dabei nicht weniger spannend. Es hat mit den schwierigen Formen der Koexistenz in Konfliktarealen zu tun. Anschlüsse an aktuelle Weltlagen drängen sich geradezu auf. Hier weiterlesen: Mehr Geld für das Varusschlachtmuseum.

Aber mit solch einem Thema lässt sich kein Osterleuchten, also ein Großevent, bestreiten. Das Varusschlachtmuseum steht selbst in einer Konfliktzone, der zwischen Kultur und Geld. Einstweilen leidet, was eigentlich zwingend etabliert gehört – die denkbare Kooperation zwischen Osnabrücker Friedenskultur und Kalkrieser Konfliktforschung. 2016 wird es da keine Impulse geben. Dafür kommt jetzt erst einmal Jack Sparrow. Ahoi.


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