Kalkriese mit Programm 2016 „Piraten kommen“: Ausstellung im Museum Varusschlacht

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Bramsche. „Die Piraten kommen“: Mit dieser Überschrift startet das Varusschlacht-Museum in Bramsche-Kalkriese in das Themenjahr 2016. „Wir wollen ein Museum für alle sein“, sagte Geschäftsführer Joseph Rottmann.

Die Sonderausstellung „“Gefahr auf See - Piraten in der Antike“ (23. April bis 3. Oktober 2016) soll die Besucher für Museum und Park Kalkriese begeistern. Die Ausstellung soll den Angaben zufolge zeigen, wie Seeräuber in der Zeit von 2000 vor Christus bis zum Piratenkrieg des römischen Feldherren Gnaeus Pompeius Magnus etwa 70 vor Christus das Mittelmeer beherrscht haben. Nach den Worten von Joseph Rottmann werden dazu Exponate aus archäologischen Museen In Florenz, Turin, Neapel und anderen Orten Italiens aufgeboten, darunter auch der Rammsporn eines antiken Piratenschiffes. Rottmann verwies dabei auf Funde der spannenden Unterwasserarchäologie. Ein Hauch von Jack Sparrow-Atmosphäre wird aber schon am 27. März 2016 auf dem Museumsgelände aufkommen. Auch das Osterleuchten steht unter dem Motto „Die Piraten kommen“. Hier weiterlesen: Mehr Geld für das Museum zur Varusschlacht .

Rottmann machte dabei deutlich, dass das Programm des Varusschlachtmuseums auch an Leitlinien des Marketings ausgerichtet werde. Das Museum erwirtschafte mit Eintrittsgelern und anderen Erlösen rund 30 Prozent seines Etats selbst, so Rottmann. 2015 seien 82000 Besucher nach Kalkriese gekommen. Neben der Dauerausstellung zog vor allem die Ausstellung „Ich, Germanicus“ um den römischen Feldherrn, der 15 nach Christus in die Region der Varusschlacht gekommen war, um für die Niederlage der Römer unter ihrem Feldherrn Varus Revanche zu nehmen. Rottmanns Angaben zufolge kommen rund ein Drittel der Besucher eines Jahres, um die Sonderausstellung zu sehen. Fast alle diese Besucher kauften auch ein Kombi-Ticket für Sonder- und Dauerausstellung. 25 Prozent der Besucher kommen nach den Worten von Joseph Rottmann aus Stadt und Landkreis Osnabrück, die anderen überwiegend aus einem Radius von 150 Kilometern. Hier weiterlesen: Erfolgsmodell der Supermacht - römische Funde bei Hannover .

Für die „Piraten“-Schau wird das Varusschlacht-Museum wieder mit externen Museumsdienstleistern zusammenarbeiten. Die italienischen Firmen Expona und Contemporana Progretti stellten die Exponate zur Verfügung und gestalteten die Ausstellungsarchitektur. Das Konzept der Schau werde allerdings in Kalkriese erarbeitet, sagte Rottmann. Die „Piraten“-Schau werde in Europa an mehreren Stationen zu sehen sein. Die Ausstellung soll auch thematisieren, wie die Römer dem Piratenwesen ein Ende setzten. Mit 500 Schiffen und 120000 Soldaten soll Gnaeus Pompeius Magnus die Seeräuber gestoppt und dabei 400 Schiffe aufgebracht und 10000 Räuber getötet haben. Erst nach diesem Krieg nannten die Römer das Mittelmeer „mare nostrum“, unser Meer. Hier weiterlesen: „Germanicus“-Oper am Theater Osnabrück.

Auf das direkte Umland des Museums konzentrieren sich zur gleichen Zeit die aktuellen Forschungen, die der Archäologe Salvatore Ortisi von der Universität Osnabrück vorstellte. Sondierungsgrabungen auf dem Oberesch und in der weiteren Umgebung des Schlachtfeldes sollen klären helfen, in wieweit Mitglieder des römischen Varus-Heeres in der Region verblieben sind und die Siedlungen mit geprägt haben. „“Die Kontakte zwischen Germanen und dem römischen Reich sind niemals ganz abgebrochen“, verwies Ortisi auf die Tatsache, dass es auch nach der Varusschlacht regen ökonomischen und politischen Austausch gegeben hat. In den Überresten germanischer Siedlungen in der Region seien bereits römische Objekte wie Schuhnägel gefunden worden. Dies verweise auf Angehörige des römischen Heeres, die in der Region verblieben seien - als Siedler oder als Sklaven. Römer hätten in der Region der Schlacht ohnehin Orte gegründet.

Info:www.kalkriese-varusschlacht.de


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