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Sophie-Taeuber-Arp-Doodle Sophie Taeuber-Arp: Der unnötige Tod einer Pionierin

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Osnabrück. Sophie Taeuber-Arp: Die Künstlerin starb tragisch früh an einer Gasvergiftung. Google feiert ihren 127. Geburtstag am 19. Januar 2016 mit einem Doodle.

Tragisch früher Tod: Sophie Taeuber-Arp stirbt viel zu früh - und das auf tragische Weise. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Künstler Jean Arp, ist sie 1943 bei dem Schweizer Künstler und Designer Max Bill zu Gast. Bill will eine gemeinsame Grafik der beiden Künstler herausbringen. Zu dritt wird das Projekt besprochen. In der bitterkalten Januarnacht macht Sophie Taeuber-Arp in ihrem Zimmerchen Feuer. Sie schläft ein und wacht nicht mehr auf. Der falsch gehandhabte Ofen vergiftet die kleine Kammer mit Kohlenmonoxid. Sophie Taeuber-Arp stirbt an dem tückischen Gas. Jean Arp verwindet den tragischen Tod seiner Frau und Künstlerkollegin am 13. Januar 1943 nie. Sie wird nur knapp 54 Jahre alt. Hier weiterlesen: Das Werk von Sophie Taeuber-Arp in der Kunsthalle Bielefeld

Revolutionärin der Kunst: Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) geht als geniale Revolutionärin der Kunst in die Geschichte ein. Sie ist mehr als die Lebenspartnerin von Jean Arp. Sie mischt bei der Zürcher Dada-Bewegung 1916 mit, kreiert mit dem Formen- und Farbrepertoire der abstrakt-konkreten Kunst Spielfiguren ebenso wie Textilen, Gemälde ebenso wie Designs von Innenräumen. Spätestens seit 1955 ist sie gesetzt. Da stellt nämlich die erste Documenta in Kassel ihre Werke aus. Hier weiterlesen: Späte Ehrenrettung für Künstlerinnen - auch für Sophie Taeuber-Arp.

Ihr Bild in jeder Hand: Sophie Taeuber-Arp ist die einzige Frau, deren Porträt auf einem aktuellen Geldschein der Schweiz zu sehen ist. Das Bild von Sophie Taeuber-Arp findet sich auf der 50-Franken-Note. Auf dem Porträt trägt sie einen Hut, der sie entschieden älter macht. In der gleichen Serie sind übrigens zwei weitere berühmte Schweizer Künstler vertreten - der Bildhauer Alberto Giacometti auf dem Billett zu 100 Franken und der Architekt Le Corbusier auf dem Schein zu zehn Franken. Zwischen diesen beiden Kunstlegenden hält sich Taeuber-Arp mehr als achtbar! Hier weiterlesen: Feiern bis zum Irrsinn - Zürich feiert 100 Jahre Dada .

Witz über Psychoanalytiker: Kegel, Zylinder, Scheiben – mehr braucht Taeuber-Arp nicht, um 1918 die 17 Marionetten ihres Stückes „König Hirsch“ zu konstruieren . Aus dem Märchenstück, das Carlo Gozzi im 18. Jahrhundert schrieb und das der Komponist Hans Werner Henze 1956 zu einer Oper verarbeitet, macht Sophie Taeuber-Arp ein Ballett geometrischer Formen, knalliger Primärfarben – und skurriler Charaktere. Denn neben dem goldglänzenden König und dem schwarzen Minister tauchen statt der Zauberer die Figuren „Freud Analytikus“ und „Doktor Oedypus Complex“ auf, geistreiche Parodien auf die ideologisch verkrustete Psychoanalyse und ihre Leitfiguren Sigmund Freud und Carl Gustav Jung. (Mechanischer Fernseher im Doodle: Was ist das überhaupt?)

Tanz mit den Sonnenanbetern: Sophie Taeuber-Arp ist nicht nur Künstlerin, sie absolviert ab 1915 auch eine Ausbildung im Ausdruckstanz bei Rudolf von Laban und Mary Wigman in Zürich. Während mehrerer Jahre tanzt sie in den Sommermonaten auf dem Monte Verità in Ascona am Lago Maggiore. Die Aussteiger- und Künstlerkolonie auf dem Monte Verità ist in eine weltweit ausstrahlende Legende. Als Sammlungsort der Lebensreformer und Sinnsucher beherbergt der Berg zeitweise so gegensätzliche Figuren wie den Schriftsteller Hermann Hesse, den Psychoanalytiker Carl Gustav Jung und den russischen Revolutionär Lenin. Hier weiterlesen: Kunstsammler unter Sinnsuchern: Eduard von der Heydt und der Monte Verità .

Kunst als pures Vergnügen: Kunst ist streng, Kunst ist anstrengend. Wirklich? Nicht bei Sophie Taeuber-Arp. Die Künstlerin gestaltet 1926 das Straßburger Aubette. Das Haus in der City der französischen Stadt ist ein Vergnügungszentrum mit Kinos, Restaurant, Bar und Tanzsaal. Taeuber-Arp bringt die Architektur zum Tanzen. Ihre Dekors mit den geometrisch rhythmisierten Formen und den knalligen Primärfarben machen das Aubette zu einer Ikone der Popkultur - lange bevor sie erfunden wurde. Lange Zeit glaubte man übrigens, dass die Räume vor allem von Jean Arp und Theo van Doesburg gestaltet worden seien. Erst später stellten Kunsthistoriker klar, dass bei diesem Projekt eine Frau den Hut aufhatte - Sophie Taeuber-Arp. Hier weiterlesen: Zerg Rush, Tilt und Barrel Roll: Mit diesen Google Easter Eggs bringen Sie Ihre Kollegen zur Verzweiflung .


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