Meisterwerk als Vermächtnis David Bowie überlebte finales Album nur zwei Tage

Von Tom Bullmann

David Bowie in nicht mehr ganz jungen Jahren. Foto:  imago/ZUMA GlobeDavid Bowie in nicht mehr ganz jungen Jahren. Foto: imago/ZUMA Globe

Osnabrück. „Blackstar“ heißt das Album, das Rock-Ikone David Bowie an seinem 69. Geburtstag veröffentlichte: Ein sperriges Meisterwerk, das zum Teil düster und mit den vielen Saxofonimprovisationen geradezu jazzy daherkommt. Zusammen mit dem Vorgänger „The Next Day“ setzte sich das Pop-Chamäleon damit vor seinem Tod ein klingendes Denkmal.

Bowie experimentierte gern. Und er hatte schon immer ein Faible für das Saxofon, spielte er das Instrument in den 1960er Jahren doch selbst in einer seiner ersten Bands The Kon-Rads. Wer sich die lange Version seines Hits „ Let ́s Dance “ anhört, verfällt mit dem Musiker in eine abgedrehte Saxofon-Orgie im Free-Jazz-Modus. So wird Bowies letztes Album „Blackstar“ zu einem Vermächtnis der besonderen Art. Denn der Brite gibt dem amerikanischen Saxer Donny McCaslin mit seiner Band die Möglichkeit, ihm für seine letzten Aufnahmen das Feld zu bestellen.

Wer den Vorgänger „The Next Day“ noch nicht im Regal stehen hat, kann sich damit Bowies Spätwerk in moderaterer Gangart besorgen. Denn mit seinem 25. Studioalbum kehrte der „Thin White Duke“ nach diversen Experimenten zu seinen Wurzeln zurück: Poppig, rockig, ein wenig glamourös und mit schönen Melodien kommen die Songs daher.

Im November 2003 absolvierte David Bowie mit seiner Band ein gefeiertes Konzert in Dublin, Irland. Unter dem Titel „A Reality Tour“ wurde danach eine DVD veröffentlicht, die es mittlerweile auch als Blu-Ray gibt. Die Songs bieten einen grandiosen Überblick über die Karriere des genialen Musikers: Von „All The Young Dudes“ über „Ziggy Stardust“, „The Man Who Sold The World“ bis zum späten „Heathen“ spielt Bowie 30 Songs in ca. 140 Minuten.

Eine ganz besondere, aber auch kostspielige Bowie-Devotionalie wurde Ende letzten Jahres veröffentlicht: „Five Years“ nennt sich eine Stülpdeckelbox mit 12 CDs oder, für Vinylfans, 13 Schallplatten inklusive einem Hardcoverbuch. „Lebenswerk Part 1“ heißt die Box im Untertitel, deren Inhalt sich umfassend mit den Jahren 1969 bis 1973 befasst.