Joan Baez wird 75 Jahre alt Amerikanische Sängerin ist lebendes Friedenssymbol

Die Friedensaktivistin und Musikerin Joan Baez. Foto: dpaDie Friedensaktivistin und Musikerin Joan Baez. Foto: dpa

Osnabrück. Sie wird es nicht müde, ihre Stimme gegen Gewalt und Rassismus, gegen Ungerechtigkeit und für den Frieden zu erheben: Sängerin Joan Baez. Am 9. Januar wird die lebende Legende amerikanischer Bürgerrechts-und Protestbewegungen 75 Jahre alt.

Die Ü-50-Generationen haben sofort ein Bild vor Augen, wenn sie den Namen Joan Baez hören: lange schwarze Haare, dunkle Hautfarbe und Ehrlichkeit ausstrahlende, große Augen. So trat sie beim legendären Woodstock-Festival auf und allen klingt noch ihre glockenklare, tremolierende Sopranstimme in den Ohren. „I Dreamed I Saw Joe Hill Last Night“ sang sie dort und erinnerte damit an einen großen Arbeiterführer, der 1915 in den USA hingerichtet wurde. Solche Folksongs, die sich mit den Bürgerrechten beschäftigten, wurden zum Markenzeichen der jungen Frau, die schon mit 15 Jahren aufmuckte. Damals weigerte sie sich, an einer Luftschutzübung teilzunehmen, weil sie mit ihrem Vater, einem mexikanischen Physiker, ausgerechnet hatte, dass sowjetische Raketen auf US-Boden einschlagen würden, bevor die Schüler überhaupt einen Schutzraum erreicht hätten.

Das Auflehnen gegen die Autorität kennzeichnet das ganze Leben der Joan Baez. 1963 sang sie beim „Civil Rights March“ die Hymne „We Shall Overcome“. Sie kämpfte für die Rechte von Schwarzen und gegen den Vietnamkrieg. Und sie riskierte es, für ihre Anschauungen ins Gefängnis zu gehen.

1961 lernte die 20-jährige Joan Baez einen gewissen Robert Zimmerman kennen, einen jungen Musiker, der als Bob Dylan Karriere machen sollte. Doch zunächst war Joan die bekanntere Sängerin, die dazu beitrug, dass Bob einem größeren Publikum vorgestellt wurde. Auch heute noch singt sie Bobs Lieder, denn der Einfluss des Musikers auf ihre künstlerische Entwicklung war riesig, wie sie sagt. Anfang der 1980er Jahre war sie einige Zeit die Freundin von Apple-Mitbegründer Steve Jobs. 2011 sang sie beim Gedenkgottesdienst zu seinem Tod „Swing Low, Sweet Chariot“.

Aufbruch, die Welt verändern, sie zu einem besseren, gerechteren, friedlicheren Ort machen, das ist es, was Joan Baez antreibt. Auch heute noch. In der ganzen Welt ist sie unterwegs, kämpfte gegen den Balkankrieg und den Irakkrieg. Und sie engagiert sich für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International – die ihr einen Preis widmete, den „Joan Baez Award“. Was man ihr nicht nehmen darf, ist ihre Stimme, das Ausdrucksmittel, mit dem sie ihren Protest in die Welt hinaustransportiert.


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