Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
02.01.2016, 06:00 Uhr WIE ZUKÜNFTIG IST ZUKUNFTSFORSCHUNG?

Mit Prognosen in das neue Jahr 2016

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Das Gesicht der Zukunftsforschung: Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski steht vor der Präsentation seiner neuen Studie „So wollen wir leben“ auf der Terrasse eines Hotels in Hamburg. Foto: dpaDas Gesicht der Zukunftsforschung: Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski steht vor der Präsentation seiner neuen Studie „So wollen wir leben“ auf der Terrasse eines Hotels in Hamburg. Foto: dpa

Osnabrück. Zum Jahreswechsel haben sie Konjunktur - Prognosen. Sie sind auch Thema der Zukunftsforschung. Aber in welche Zukunft blicken wir heute?

Es ist nur ein kalendarischer Zufall, dafür aber einer mit Hintersinn: Pünktlich zum Jahresbeginn, wenn gute Vorsätze, schlimme Ahnungen, kurz, Prognosen aller Art Konjunktur haben, feiert auch der Mann Geburtstag, der Zukunftsforschung in Deutschland öffentlich sichtbar machte und sie als Beratungsinstanz für die Politik etablierte. Opaschowski wirft seit Jahrzehnten seine Blicke in die Zukunft. Deren Themen sagen allerdings immer auch etwas über die jeweilige Gegenwart. (Hier weiterlesen: Kunst in Krisenzeiten - die Biennale von Venedig).

Von der Freizeitforschung bis zu Prognosen über die alternde Gesellschaft: In Opaschowskis Themen spiegelt sich eine gravierende Veränderung – von der Freizeit- und Überflussgesellschaft hin zu einer Welt der sich verdüsternden Horizonte. Zukunftsprognosen handelten von Fantasien des Zuwachses. Aber das war einmal. (Hier weiterlesen: Was bringt das Kunstjahr 2016? Ein Ausblick) .

Es scheint ohnehin, als habe sich der Horizont für die Zukunftsforschung selbst verdüstert. Ob Flüchtlinge, Terror oder neue Kriege: Die Wirklichkeit der Gegenwart setzt der Zukunft die Bedingungen. Es geht darum, das Gegebene zu managen, nicht mehr darum, das Gewünschte anzusteuern. Wer mag noch langfristige Vorhersagen abgeben? Drängende Aufgaben steuern die Agenda. Prognostiker lernen neue Bescheidenheit. (Hier weiterlesen: Die inszenierte Katastrophe - Thomas Hirschhorns Installation in der Kunsthalle Bremen).