Von Familie und Islamisten bedroht Sabatina James: „Nur wenige gehen wie ich ein Todesrisiko ein“


Osnabrück. Sabatina James zu treffen, ist nicht leicht. Erst wenige Stunden vor dem Interview erfahre ich ihren Aufenthaltsort. Es ist ein Privathaus irgendwo in Deutschland. Niemand darf wissen, dass die Autorin und Menschenrechtsaktivistin Sabatina James hier ist. Das wäre lebensgefährlich für die 33-Jährige.

Nachdem sie als junge Frau vom Islam zum Christentum konvertierte und sich gegen ihre Zwangsverheiratung wehrte, sprach ihre pakistanische Familie das Todesurteil über sie. Heute setzt sie sich mit ihrem Verein Sabatina für Frauen ein, die

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Sabatina James wird 1982 in Pakistan geboren. Im Alter von zehn Jahren zieht sie mit ihrer Familie in ein österreichisches Dorf nahe Linz. Weil sie sich dem westlichen Lebensstil anpasst und sich gegen die Zwangsverheiratung mit ihrem Cousin wehrt, erfährt sie zu Hause psychische und physische Gewalt. Im Alter von 17 Jahren wird sie von ihrer Familie nach Pakistan in eine Koranschule geschickt, wo sie geschlagen und misshandelt wird. Um zurück nach Österreich reisen zu können, willigt sie zum Schein in die Ehe mit ihrem Cousin ein. Zurück in Linz, verweigert sie die Heirat. Es kommt zum Bruch mit der Familie. Als James vom Islam zum katholischen Christentum konvertiert, sprechen ihr Vater und ein muslimischer Geistlicher das Todesurteil über sie. Die 19-Jährige muss untertauchen und wird schließlich in das Opferschutzprogramm aufgenommen. Seitdem lebt sie unter falschem Namen an wechselnden Orten. 2006 gründet sie ihren Verein Sabatina e.V., um Frauen, die Gewalt erfahren, zwangsverheiratet werden oder vom Ehrenmord bedroht sind, zu helfen. Ihre persönliche Geschichte veröffentlicht sie in den Büchern „Sterben sollst für dein Glück“ und „Nur die Wahrheit macht uns frei“. Im September 2015 erscheint ihr Buch „Scharia in Deutschland – Wenn die Gesetze des Islam das Recht brechen“.

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