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08.11.2015, 16:34 Uhr KOMMENTAR: DRAMATIKERPREIS

Weise Erfindung

Kommentar von Christine Adam

Der Gewinner: Intendant Ralf Waldschmidt (von links) und Theatervereinsvorsitzender Axel Zumstrull gratulieren Stefan Hornbach. Foto: Jörn MartensDer Gewinner: Intendant Ralf Waldschmidt (von links) und Theatervereinsvorsitzender Axel Zumstrull gratulieren Stefan Hornbach. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Der Osnabrücker Dramatikerpreis ist eine weise Erfindung, weil er die Weiterentwicklung der Theaterkunst mit Osnabrück verzahnt und zudem dem Stadttheater überregionale Aufmerksamkeit sichert.

Der Osnabrücker Dramatikerpreis ist eine wirklich weise Erfindung. Zum einen engagiert sich da ein Theaterverein in enger Zusammenarbeit mit dem Theater ungewöhnlich stark. Zum anderen schlägt er zukunftsweisende und vielleicht auch -sichernde Brücken. Die überregionale Theaterszene nimmt weiterhin Osnabrück als kreativen Theaterort wahr – und das Osnabrücker Publikum bleibt am Ball, wie sich die junge Dramatik weiterentwickelt. Postdramatik bleibt nichts Fremdes, was sich nur in fernen Metropolen abspielt. Sie wird regelmäßig in Osnabrück aus der Taufe gehoben, wie auch das Festival „Spieltriebe“ beweist.

Solange ein Theater mit seinem Angebot so eng im Schulterschluss mit großzügigen Sponsoren aus der Stadt, der Bürgerschaft und Theaterinteressierten auch aus der Politik agiert, muss man sich wenig Sorgen machen um die Zukunft eines Stadttheaters. Dann wird es beweglich genug bleiben, um immer wieder brennende kulturelle und soziale Aufgaben in unserer sich verändernden Wirklichkeit zu übernehmen. Nur im Gespräch muss es weithin bleiben – dem dient der Dramatikerpreis geradezu ideal.


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