Neue Jazz-CD Erna Rots „Ode an die Freude“

Von Verene Reygers

Zeitgemäßer Jazz: Musikerin Erna Rot. Foto: PRZeitgemäßer Jazz: Musikerin Erna Rot. Foto: PR

Osnabrück. Erna Rot hat mit dem Album „Ode an die Freude“ mit Sprachwitz und Doppelbödigkeit, und musikalischen Paarungen etwa von Jazz und Indie zeitgemäßen Jazz geliefert.

Wer zeitgemäßen Jazz für eine bierernste Angelegenheit zwischen seriösem Kontrabass und den High Heels der Sängerin hält, irrt sich. Erna Rot paart den Jazz mit Indie, Lisa Bassenge mit Element of Crime, Judith Holofernes mit Max Rabe . Da darf ein Song auch alltagstauglich mit „Blöde Kuh“ oder „Grauer Beton“ betitelt werden. Trotzdem ist „Ode an die Freude“ genau das, die charmante Auseinandersetzung mit den kleinen Freuden, die nur ein bisschen mit dem dreckigen Hemdsärmel poliert gehören, bevor sie glänzen. Darüber können auch das traurige Akkordeon oder das schwerfällige Schlagzeug nicht hinwegtäuschen, denn schon im nächsten Moment wandelt sich die Instrumentierung zur ausgelassenen Raserei. Erna Rot alias Constanze Klaue orientiert ihren von der Freude an der Improvisation bestimmten Sound an Chanson, Jazz, Swing und Avantgarde-Pop. Da trötet die Trompete, schwankt das Klavier und ist die Musik so atemlos wie nach einem ausgedehnten Samstagabendtanz. Aber auch müde wankend überzeugen die Musikerin und ihre vier Mitstreiter.„Zeitumstellung“ geht mit einem flirrenden Gitarrensolo unter die Haut, und „Liebesleid“ ehrt Georg Kreisler in einer ganz unironischen Version. Denn Sprachwitz und ironische Doppelbödigkeit lugen auf „Ode an die Freude“ allerortens durch. Zeitgemäßer Jazz, der geht so!

Erna Rot „Ode an die Freude“ (Ozella/Galileo MC)


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