Wie die Katze Kreative inspiriert Von Kater Murr bis Choupette: Katzen in den Künsten

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. Die Katze in den Künsten: Hier drei Hits - von E.T.A. Hoffmann bis Franz Marc und Karl Lagerfeld.

lü Osnabrück. Er hört auf den profanen Allerweltsnamen Murr, muss aber dennoch als Kater aller Kater angesehen werden – jener Kater, den der romantische Dichter E.T.A. Hoffmann zum Helden seines letzten, 1819 und 1821 publizierten Romans macht. „Lebens-Ansichten des Katers Murr. Nebst fragmentarischer Biografie des Kapellmeisters Johann Kreisler in zufälligen Makulaturblättern“: Der volle, auf den ersten Blick umständlich wirkende Titel sagt, worum es geht. Hoffmann kombiniert zwei Biografien – die des Komponisten Kreisler und die des Katers. Mit der Tragödie des gesellschaftlich isolierten Musikers und der Bildungsgeschichte des saturierten Bürgers schneidet der Autor zwei Lebensentwürfe scharf gegeneinander. Murr wird dabei zur Karikatur des Bildungsbürgers. (Hier weiterlesen: Romantische Klänge mit Hélène Grimaud)

Bilder des „Blauen Reiter“

Das Motiv der Katze avancierte auch bei dem Maler Franz Marc (1880–1916) zum wichtigen Inhalt seiner Kunst. Das Mitglied der Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ malt viele Bilder von Katzen. Ob schneeweiß oder feurig rot: Marc macht aus der Katze ein Symbol der Reinheit und Klarheit einer Existenz in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Natur. (Hier weiterlesen: Karl Lagerfelds Mode im Museum)

Weiße Birma-Katze Lagerfelds

Das stellt sich für Choupette hingegen ganz anders dar. Karl Lagerfelds schneeweiße Birma-Katze funktioniert als tierischer Trendsetter. Die Katze posiert für Beauty-Linien und eine Automarke. Natürlich hat dieses Luxustierchen seinen eigenen Facebook-Auftritt und natürlich Follower auf Twitter. Karl Lagerfeld, der ansonsten stets unnahbare Modemacher, hat sich nach eigenem Bekunden vollkommen in Choupette verliebt. Ob er damit nicht auch den verzärtelten Luxus der Modewelt selbst meint? Gleichviel. Choupette verhilft dem Typus der Salonkatze zu einem flauschigen Revival in der Gegenwart. Und so ganz nebenbei macht Choupette uns unmissverständlich klar, was Kurt Tucholsky meinte, als er treffend bemerkte: „Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal“. (Hier weiterlesen: Katzenliebhaber Kurt Tucholsky)