Mit James Franco Psychothriller „True Story - Spiel um Macht“

Von Wolfgang Mundt

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Osnabrück. Der Psychothriller „True Sory - Spiel um Macht“ mit James Franco und Jonah Hill basiert auf einem realen Fall. Im Film will der New York Times-Reporter Michael Finkel die Lebengeschichte des Mörders Christian Longo aufschreiben und veröffentlichen.

Ein von James Franco und Jonah Hill geschauspielertes Mörder-Journalistenpaar versucht Kapital aus dem jeweils gegenüber zu schlagen – so simpel kann ein Psychoduell im Thrillergenre gestrickt sein. Ein süßer Kuschelteddy fällt in Zeitlupe an die Seite eines scheinbar ruhig schlafenden kleinen Mädchens, das in einem offenen Koffer liegt. Mit dieser friedlich wirkenden, schön fotografierten Einstellung beginnt dieses Gefängnisdrama.

Wer nutzt wen aus?

Der New York Times-Reporter Michael Finkel (Jonah Hill) steht für seine auf den Titelseiten prangenden Enthüllungsstorys kurz vor dem Pulitzer-Preis. Da wird er vom Chefredakteur zu Recht der manipulativen Verdrehung von Fakten überführt und postwendend gefeuert. Keiner will ihn noch beschäftigen. Er zieht sich zurück in sein Nest in Montana. Da ergibt sich endlich eine neue Job-Perspektive: Der in Untersuchungshaft sitzende Christian Longo (James Franco) will seine Lebensgeschichte schreiben lassen. Er soll seine vierköpfige Familie ermordet und die Leichen in Koffern im Wasser versenkt haben. So startet ein Duett in den öden weißen Besucherräumen eines Gefängnisses. Der Journalist will mit diversen handwerklichen Tipps sowie dem Versprechen, erst nach Prozessende das Buch zu veröffentlichen, möglichst viel Material aus dem Gefangenen herausholen. Dafür will Longo aber selber schreiben lernen und erfährt auch viel über das bescheidene Privatleben Finkels. Als der sich extrem engagierende Finkel eine Viertelmillion Dollar im Voraus von seinem Verlag kassiert, telefoniert Longo schon mit seiner Freundin.

Betrug, Lüge und Wahrheit liegen dicht beieinander. Wer nutzt hier wen mehr aus? Rupert Goolds konventioneller Psychothriller basiert auf einem realen Fall und hat mit dem Comedian Hill (unter anderem „The Wolf Of Wall Street“) einen passablen Darsteller gefunden. Das lässt sich über den träge wirkenden, eindimensional auftretenden James Franco kaum sagen. Als abgründiger Soziopath hat er in „Spring Breakers“ den Bikini-Girls verführenden Drogendealer überzeugender gegeben.


True Story - Spiel um Macht. USA 2015. R: Rupert Goold. D: James Franco, Jonah Hill, Felicity Jones, Gretchen Mol, Maria Dizzia. 100 Min. Ab 12. Cinema-Arthouse.

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