Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
06.08.2015, 18:06 Uhr MASKE MACHT CRO UNVERWECHSELBAR

Panda-Maske von Cro geht an das Stuttgarter Museum

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Die Maske als Markenzeichen: Rapper Cro trägt Panda. Foto: dpaDie Maske als Markenzeichen: Rapper Cro trägt Panda. Foto: dpa

Osnabrück. Die Maske von Rapper Cro geht an das Museum. Mit der Maske berührt Cro das Problem der Facebook-Generation - im Digitalzeitalter souverän zu bleiben. Ein Kommentar.

Das geht ja fix. Die Panda-Maske, Markenzeichen von Rapper Cro , ist schon reif für das Museum. Das spricht für den Musiker und seine Strategie, sich nicht allein mit seinen Songs, sondern auch mit einem optischen Signet unverwechselbar zu machen. Dafür hat Cro mit der Pappmaske einen Dutzendartikel verwendet und demonstriert, wie die Maske das Gesicht ersetzen kann. Der Rapper macht sich so zum Anonymus – und wird damit eigentlich erst sichtbar.

Cro berührt mit diesem Paradox ein Daseinsproblem seines jungen Publikums – medial präsent zu sein und gleichzeitig Souveränität über das eigene Leben zu behalten. Genau dies treibt die Facebook-Generation um, die weiß, dass Medialität nicht mehr vermieden, sondern nur noch gemanagt werden kann.

Dafür gibt es Vorbilder. Ob die Zorro-Augenbinde, die zweite Gesichtshaut von Fantomas oder die Guy-Fawkes-Maske der Occupy-Bewegung – immer geht es um die Frage, wie sich Präsenz erreichen lässt, ohne persönliche Freiheit zu verlieren. Cro hat das geschafft. Aber seine Panda-Maske ist als Museumsstück jetzt uncool. Wechselt er zum Eisbären-Outfit? Die Fans fragen dann wohl: Cro, bist du es wirklich?