„Junge Kollegen ausgeschlossen“ Mehr offene Wettbewerbe für Architekten gefordert

Ein Gebäude vom berühmten Architekten Frank Gehry. Auch er hat mal klein angefangen. Foto: Reuters/Philippe WojazerEin Gebäude vom berühmten Architekten Frank Gehry. Auch er hat mal klein angefangen. Foto: Reuters/Philippe Wojazer

Osnabrück. Eine gealterte Architektengeneration hält in Deutschland jüngere Kollegen systematisch von Wettbewerben fern und damit von der Chance an Aufträge zu kommen - diese Ansicht vertritt der Direktor des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt, Peter Cachola Schmal.

Er ist der Ansicht, „dass wir unsere Jugend im Stich lassen. Das ist ein Fehler und schadet unserer Kultur.“

„Junge Architekten sind vom Markt ausgeschlossen durch die Art und Weise, wie Bewerbungsverfahren ausgeschrieben werden“, sagte der Architekt.

Erfahrung, aber nicht die besten Ideen

Gefordert würden bisweilen drei vergleichbare Projekte in den letzten fünf Jahren - das könnten nur große, spezialisierte Büros erfüllen. So bekomme man zwar jemand mit Erfahrung, „aber nicht die besten Ideen“. Seine Forderung: Es müsse mehr offene Wettbewerbe geben, „damit auch der kreative Nachwuchs eine Chance hat“. Architekten, die Bauherren bei Ausschreibungen beraten, hätten es in der Hand, das zu forcieren.

„Unser Nachwuchs ist heute 50“, sagt Cachola Schmal, der auch in der Jury sitzt für Nachwuchspreise wie „Max 40“. Dafür darf man nicht älter sein als 40 Jahre und muss unter eigenem Namen etwas gebaut haben. „Was da eingereicht wird, ist beschämend“, findet der Juror: Mehr als Anbauten und Cafeterias würden kaum geboten. „In China bauen Architekten mit 40 Siedlungen, Universitäten und Kliniken.“