Was wird in den Ferien gern gelesen? Beliebte Romane in der Stadtbibliothek Osnabrück

Von Anne Reinert

Bibliotheksmitarbeiter Michael Meyer-Spinner hat beliebte Romane vorgestellt. Foto: David EbenerBibliotheksmitarbeiter Michael Meyer-Spinner hat beliebte Romane vorgestellt. Foto: David Ebener

Osnabrück. Ferienzeit ist Lesezeit. Das ist in der Stadtbibliothek zu spüren, wo in den Ferien deutlich mehr Bücher ausgeliehen werden. Lektor Michael Meyer-Spinner hat einen Querschnitt aus drei beliebten Printbüchern und einem E-Book zusammengestellt und sie uns vorgestellt.

„Altes Land“ von Dörte Hansen (Print): Seit Wochen steht das Debüt der in der Nähe von Hamburg lebenden Autorin auf der Spiegel-Bestsellerliste. Entsprechend begehrt sind die drei Romanexemplare der Stadtbibliothek.

Die Geschichte handelt von Vera, die 1945 als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf einen Hof im Alten Land flüchtet, und von ihrer Nichte Anne, die 60 Jahre später nach der Trennung von ihrem Mann mit ihrem Sohn Zuflucht bei ihr sucht. Die Frauen sind sehr unterschiedlich, haben aber auch Gemeinsamkeiten. Dörte Hansen wollte einen Landroman schreiben, der „nicht so kitsch ist“, sagt Michael Meyer-Spinner. „Das ist ihr auch gelungen“, urteilt er.

„Die wilde Ballade vom lauten Leben“ von Joseph O’Connor

(Print): Auch dieses Buch, von dem es nur ein Exemplar gibt, „ist ständig unterwegs“, so der Bibliothekslektor für Belletristik und Literaturwissenschaft. Erzählt wird die fiktive Biografie eine New-Wave-Band in den 80er-Jahren, von ihrem Werdegang in der Teenagerzeit der Musiker bis zur Trennung nach dem kometenhaften Aufstieg. Das Buch des Bruders von Sinnéad O’Connor sei „relativ unerwartet ein großer Erfolg“ geworden, sagt Michael Meyer-Spinner. „Witzig und warmherzig“, urteilt er über den Roman mit viel 80er-Jahre-Flair.

„Der Anhalter“ von Lee Child (Print): Ein Krimi der Jack-Reacher-Reihe. Der Anhalter ist Ermittler Reacher selbst, der zu einem Mann und einer Frau ins Auto steigt, ohne zu wissen, dass sie kurz zuvor einen Mord verübt haben. „Ein spannender Roman“, sagt Michael Meyer-Spinner.

„Der Flügelschlag des Glücks“ von Lisa Jewell (E-Book): Die sechsköpfige Familie Bird zerbricht an dem Selbstmord des 16-jährigen Sohnes. Erst Jahre später erfahren die anderen, was passiert ist. Die Nachfrage nach dem Roman ist unerwartet groß. „Manchmal ist es eine Überraschung, was gefragt wird“, erklärt Meyer-Spinner.

Vorlagen von aktuellen Filmen sind beliebt

Die drei Printbücher gibt es teilweise auch als E-Books oder Hörbücher. Und sie sind nicht einzigen Titel, die begehrt sind. Dauerbrenner sind Klassiker wie die Bücher von Hesse oder Goethe. Gern gelesen werden auch regionale Krimis wie Klaus-Peter Wolfs „Ostfriesenblut“. Sehr oft ausgeliehen werden außerdem literarische Vorlagen von aktuellen Kinofilmen und Fernsehserien. Michael Meyer-Spinner fallen dazu die Serien „Games of Thrones“ nach den Büchern von George R. R. Martin und „Outlander“ nach Diana Gabaldon ein.

Und was hat der Lektor, der außerdem für E-Medien und Tablets zuständig ist, selbst gerade gelesen? Den Roman „Raubfischen“ von Matthias Jügler. Der Autor erzählt von Daniel, dessen Großvater an ALS erkrankt. „Ein sehr ruhig geschriebenes Buch“, beschreit es Michael Meyer-Spinner. Gerade das mag er.

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