Ausstellung kostet 204810 Euro „Konkret mehr Raum“: Kuratorinnen erläutern Projektidee

Von Dr. Stefan Lüddemann


Osnabrück. Für rund 200000 Euro wird in Osnabrück das Kunstprojekt „Konkret mehr Raum“ realisiert. Die künstlerischen Positionen sollen Ideen des Konstruktivismus weitertragen.

Osnabrück. 20 Künstlerinnen und Künstler, 18 künstlerische Beiträge: So lautet die Kurzinformation zu „Konkret mehr Raum“ in Zahlen. Aber was hält das Ausstellungsprojekt der Kunsthalle Osnabrück konzeptionell zusammen? „Wir verfolgen aktuelle Verwirklichungen der konstruktivistischen Idee“, sagt dazu Elisabeth Lumme, die das Projekt gemeinsam mit Valerie Schwindt-Klevemann und Kunsthallen-Leiterin Julia Draganovic konzipiert hat.

Die Kunst des Osnabrücker Konstruktivisten Friedrich Vordemberge-Gildewart (1899–1962) liefert nach den Worten der Kuratorinnen den historischen Fluchtpunkt des Projektes. Allerdings geht es nicht einfach um einen Anschluss an „VG“ und die Konkrete Kunst seiner Zeit. „Die Welt hat sich seitdem verändert. Die Aufbruchsstimmung von damals gibt es nicht mehr“, sagt Julia Draganovic.

In Osnabrück installieren Künstler derzeit ihre Projekte für „Konkret mehr Raum“. Hier der erste Eindruck von den Arbeiten.

Das gilt offensichtlich auch für die Künstler. Offenbar hat kaum einer der an dem Ausstellungsprojekt beteiligten Künstlerinnen und Künstler den Osnabrücker Künstlerkollegen Vordemberge-Gildewart zuvor gekannt. Auch das Vorbild der inzwischen historisch gewordenen Konkreten Kunst scheint doch verblasst zu sein.

Mit Pedro Cabrita Reis hat sich immerhin der dem Namen nach prominenteste Künstler des bevorstehenden Kunstprojektes auf Anregung der Kuratorinnen intensiv mit Vordemberge beschäftigt. Die Lichtinstallation „The Gildewart Line“, mit der sich Pedro Cabrita Reis explizit auf Vordemberge bezieht, soll kurz vor Ausstellungsbeginn am 13. Juni installiert werden. Die aktuellen Positionen, die jetzt in Osnabrück gezeigt werden sollen, seien nicht mehr am Perfektionsideal einer früheren Künstlergeneration orientiert, sagten die Kuratorinnen. „Viele Künstler unserer Ausstellung reflektieren die Vergänglichkeit, haben das Risiko mit in ihre Werke eingebaut“, so Julia Draganovic.

Unterdessen arbeiten die Künstlerinnen und Künstler an ihren Projekten in der Kunsthalle, im Felix-Nussbaum-Haus, dem Kulturgeschichtlichen Museum sowie am Heger Tor und auf dem Rißmüllerplatz. Nach den Angaben von Patricia Mersinger vom Fachbereich Kultur beläuft sich das Ausstellungsbudget auf insgesamt 204810 Euro. Davon kommen 41500 Euro aus städtischen Mitteln. Den Angaben zufolge ist diese Summe aus den Ausstellungsetats der Kunsthalle und der beiden Museen zusammen aufgebracht worden.

In der Kunsthalle Osnabrück verwirklicht Susanne Tunn ihr „Schwebendes Raster“. Worum geht es dabei? Hier der Vorbericht.

Das restliche Geld geben als Sponsoren: Niedersächsische Sparkassenstiftung, Sparkasse Osnabrück, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Stiftung Niedersachsen, Landschaftsverband Osnabrücker Land e.V. und das Institut français. Bei der Erstellung der Projekte helfen diese Institutionen und Firmen vor Ort: Handwerkskammer Osnabrück sowie Fip Mineralöl, Meyer & Meyer, Sostmeier, Hellmann, Nosta, Heinrich Koch, Glas Deppen, Recyclingbörse Herford und Bünde, Möwe, Brüning Naturstein, HWK, Georgsmarienhütte GmbH und weitere Firmen.

Info: www.konkret-mehr-raum.de