Schlank im Metal-Olymp angekommen Osnabrücker Gitarrist Uwe Lulis ist neues Mitglied von Accept

Endlich wieder fit: Für die kommende Europatournee hat Uwe Lulis 22 Kilo abgenommen. Jetzt fühlt er sich bereit für die Bühne. Foto: Michael GründelEndlich wieder fit: Für die kommende Europatournee hat Uwe Lulis 22 Kilo abgenommen. Jetzt fühlt er sich bereit für die Bühne. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Er stammt aus Osnabrück und hat sich dem Heavy Metal verschrieben: Uwe Lulis, 49-jähriger Gitarrist, der zunächst mit den Metal-Heroen von Grave Digger Karriere machte, dann die Band Rebellion gründete. Jetzt wurde er offiziell als Mitglied von Accept bestätigt, einer der bekanntesten weltweit agierenden Metaltruppen Deutschlands. Im Interview mit unserer Redaktion erzählt er, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam, die ihm erste Gigs in Mexiko und Brasilien bescherte.

Uwe Lulis, Sie leben in Frankfurt. Was hat Sie in den 1980er-Jahren veranlasst, Osnabrück zu verlassen?

Ich wollte unbedingt ins Tonstudiogeschäft einsteigen. Damals spielte ich bei Grave Digger. Das war eine international agierende Band, daher war es egal, wo ich wohnte. Aber für die Studioarbeit sah ich in Osnabrück keine Perspektive. Also zog ich nach Frankfurt, wo ich mir bessere Chancen ausrechnete.

Nach Ihrem Ausstieg bei Grave Digger gründeten Sie die Band Rebellion. Die gibt es noch, aber Sie sind nicht mehr dabei. Warum?

Ich habe mich 2010 entschlossen, aus meiner eigenen Band auszusteigen. Der Grund: Mehrere Rebellion-Musiker sind berufstätig, arbeiten in „normalen“ Jobs, sodass sie sich nicht hundertprozentig auf die Band konzentrieren können. Zum Beispiel Tomi Göttlich, der Bassist, mit dem ich die Band gegründet habe. Er ist Oberstudienrat, hat mehrere Kinder und setzt somit andere Prioritäten. Ich dagegen wollte Gas geben, die Band richtig nach vorne bringen. Also sagte ich: Jungs, ihr könnt gerne weitermachen, aber ohne mich. Tatsächlich gibt es Rebellion immer noch, als semiprofessionelle Power Metal-Truppe. (Weiterlesen: Accept spielen im Osnabrücker Hyde-Park)

Wie geht es denn Ihrem Bein, das bei einem Motorradunfall ziemlich lädiert wurde?

Alles wieder gut. Obwohl es ziemlich lange gedauert hat, bis ich das Bein wieder normal belasten konnte. Der gebrochene Knochen wuchs nicht wieder richtig zusammen. Die Ärzte haben alles Mögliche ausprobiert, bis ein Eingriff dann endlich ein positives Ergebnis brachte. Aber ich musste viereinhalb Jahre mit Krücken gehen.

Haben Sie trotzdem live spielen können?

Klar. Einmal bin ich sogar im Rollstuhl auf die Bühne gefahren worden. Da hieß es nur noch: Beine hoch und los. Die Rebellion-Fans fanden das toll.

Nun sind Sie als Gitarrist von Accept im Metal-Olymp ziemlich weit oben angelangt. Wie kam es dazu? Haben Sie sich beworben?

Nicht wirklich. Es fing damit an, dass mich ein Kumpel, der als Schlagzeug-Techniker bei Accept arbeitete, vor drei Jahren fragte, ob ich nicht für die Festivalsaison als Gitarrentechniker aushelfen könne. Aus dem Sommerjob wurden dann zweieinhalb Jahre. (Weiterlesen: Gitarrist Wolf Hoffmann über den „Accept“-Erfolg)

Das war für Sie die Eintrittskarte in die Accept-Welt?

Richtig, nach einiger Zeit gehörte ich zur Familie. Mittlerweile sind wir Freunde geworden. Außerdem haben Wolf Hoffmann und Peter Baltes, die beiden Gründungsmitglieder, festgestellt, dass ich auch Gitarre spielen kann. Als ich mitbekommen habe, dass Gitarrist Herman Frank aussteigt, habe ich gefragt, ob ich den Job nicht übernehmen könne.

Und dann haben die beiden gesagt: Uwe, du bist unser Mann?

Nein, ganz im Gegenteil. Erst kamen einige Tests, ob ich stilistisch überhaupt zu Accept passe. Außerdem musste ich abspecken: Wegen des kaputten Beins hatte ich mich relativ wenig bewegt. Also musste ich von meinen 100 Kilos 22 abtrainieren. Da hieß es: Ab ins Fitnessstudio! Außerdem habe ich eine spezielle Stoffwechseldiät gemacht. Aber jetzt sieht der Lulis wieder gut aus und darf auf die Bühne.

Haben Sie denn schon Live-Gigs absolviert.

Ja. Meinen Einstand habe ich in Mexiko und Brasilien gefeiert. Aber erst bin ich mehrere Male in die USA geflogen, weil Wolf und Peter ja in Nashville leben. Dort haben wir geprobt, das Programm dann in einer Halle mit Bühne durchgespielt. Schließlich waren die beiden zufrieden und haben mich und den Schlagzeuger Christopher Williams als neue Bandmitglieder bekannt gegeben.

Und jetzt startet eine ausgiebige Europatournee?

Wir starten am 17. Mai im Capitol in Hannover. Das ist für die Fans aus Osnabrück auch gleich der Gig, der am nächsten dran ist.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN