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Doodle zum Tag der Arbeit 2016 Tag der Arbeit: Als der Papst die Sozialisten austrickste


Berlin. Tag der Arbeit: Am 1. Mai feiert die Arbeiterbewegung – auch wenn Papst Pius XII. sich redlich bemüht hat, den Tag der Arbeiterbewegung christlich umzudeuten.

Tag der Arbeit: Der Erste Mai wird auf ganzen Welt als Feiertag begangen. Aber wieso eigentlich?

Der 1. Tag der Arbeit: Gedenken an Haymarket Riot – der Generalstreik am 1. Mai 1886

Am 1. Mai 1886 forderte August Spies, Chefredakteur „Arbeiter-Zeitung“, auf dem Haymarket in Chicago die Einführung des Achtstundentags. (Es galt der Zwölfstundentag.) Bei den Arbeiterprotesten der folgenden Tage eskalierte die Gewalt – bis hin zur Explosion einer Bombe, die sieben Polizisten tötete und auch Demonstranten verletzte. Es schlossen sich Gefechte an, bei denen etwa 20 Arbeiter starben. Die Organisatoren der Kundgebung, mit der alles begonnen hatte, wurden der Verschwörung angeklagt, vier von ihnen hingerichtet, darunter auch Spies. Zum Andenken an die Opfer des Haymarket Riot wurde der Erste Mai beim Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. (Zerg Rush, Tilt und Barrel Roll: Mit diesen Google Easter Eggs bringen Sie Ihre Kollegen zur Verzweiflung)

Wie der Papst den Sozialisten den Tag der Arbeit raubte

Ein sozialistischer Feiertag? Unerträglich! Papst Pius XII. störte sich daran, dass am Tag der Arbeit weltweit der gottlose Sozialismus auftrumpfte. In seinem Zorn erwies er sich als schlauer Stratege: Abschaffen war aussichtslos, aber den Maifeiertag umzudefinieren, war immerhin einen Versuch wert. 1955 erklärte er den 1. Mai zum Tag von Josef dem Arbeiter. Immerhin war der Gatte von Maria ein Handwerker! Und auch die Evangelische Kirche in Deutschland feiert das Datum als Bitttag um gesegnete Arbeit. (1. Mai 2016: Wie wird das regionale Wetter am Tag der Arbeit?)

Bier-Ausschreitungen und Goebbels-Selbstmord: Was noch an einem 1. Mai passierte

1460: Antonio da Noli entdeckt eine kapverdische Insel und nennt sie Maio – ein Tag früher, und sie hätte Abril geheißen. 1707: Der Act of Union tritt in Kraft. Durch die Vereinigung der Königreiche England (in Union mit Wales) und Schottland entsteht das Königreich Großbritannien. 1844: In München kommt es wegen einer Bierpreiserhöhung um knapp 30 Prozent zu schweren Ausschreitungen. 1916: Deutschland stellt zum ersten Mal die Uhren auf Sommerzeit um. 1944: Costa Cordalis erblickt das Licht der Welt. 1945: Joseph und Magda Goebbles töten ihre Kinder und sich selbst. 1967: Elvis Presley heiratet in Las Vegas Priscilla Beaulieu. (Welche Doodles sind verboten? Die internen Regeln der Google-Spielerei)

Welche Länder feiern den Tag der Arbeit?

In Europa ist der Tag der Arbeit unter anderem in Russland, Finnland, Ungarn, Schweden, Italien, Frankreich und Spanien ein Feiertag, in England und Irland heißt er Labour Day. In Süd- und Mittelamerika feiern Chile, Brasilien, Honduras, Mexiko, Kolumbien, Uruguay, Peru und Costa Rica mit. Die USA, Kanada, Australien und Neuseeland begehen ebenfalls den Labour Day – wenn auch nicht am 1. Mai. China, Indien, Vietnam und Kambodscha kennen den Maifeiertag auch. Und auch in Japan hat der 1. Mai historische Arbeiterdemonstrationen gesehen. Feiertag ist hier aber mit dem Arbeitsdanktag erst der 23. November. Auch der Türkei wurde ab 1923 der 1 Mayıs İşçi Bayramı (sprich: der Erste-Mai-Arbeiterfeiertag) begangen. Nach dem Militärputsch von 1980 wurde der Feiertag abgeschafft und erst im April 2009 wieder eingeführt. (Horror-Maschine des Mathe-Genies: Doodle für Claude Shannon)

Quelle: Wikipedia


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