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Marvel-Film-Universum Was passiert in Avengers 3: Infinity War?

Von Manuela Kanies


Osnabrück. Nach „Avengers 2: Age of Ultron“ stellen sich die Fans bereits Fragen zum nächsten Teil: Was passiert in „Avengers 3: Infinity War?“ Stirbt einer der Helden? Wer ist der Bösewicht? Wir fassen den Stand der Dinge zusammen.

Achtung, im Text folgen Spoiler zu allen bisherigen Marvel-Filmen, vor allem „Avengers 2“!

Thanos wird der Haupt-Bösewicht

Bereits in „Marvel’s The Avengers“ zog Thanos an den Fäden im Hintergrund, lenkte Bösewicht Loki und schickte seine Alienarmee auf die Erde. (Sehen Sie hier den Trailer zu „Avengers 3: Infinity War“.) Auch in „Guardians of the Galaxy“ tauchte Thanos, dieses Mal gespielt von Josh Brolin, kurz auf. Er schloss einen Pakt mit Ronan (Lee Pace), einem Mitglied der außerirdischen Rasse Kree, die in den Krieg gegen die Bewohner des Planeten Xandar ziehen wollten. Teil dieses Paktes war die Beschaffung des Orbs, eine geheimnisvolle Metallkugel. Thanos ist also der mächtige Strippenzieher im Hintergrund, doch am Ende von „Avengers 2“ droht er: „Nun nehme ich die Dinge selbst in die Hand.“ Denn bislang war keiner seiner Pläne erfolgreich. (Lesen Sie unsere Filmkritik von Avengers 2: Age of Ultron)

Thanos will alle Infinity-Steine

Jetzt wird es ein bisschen kompliziert. Bislang tauchten in den Marvel-Filmen drei sogenannte Infinity-Steine auf, mächtige Artefakte, die jeweils bestimmte Eigenschaften haben. Der Tesserakt verlockte Thors Bruder Loki zu mehr Macht in „Thor“, „Captain America: The First Avenger“ und „Marvel’s The Avengers“. Den Äther wollte der Dunkelelf Malekith in „Thor 2: The Dark World“ zur Zerstörung des Universums benutzen, der Orb sollte Thanos in „Guardians of the Galaxy“ in die Hände fallen. In „Avengers 2: Age of Ultron“ kommt nun das Zepter von Loki wieder zum Einsatz, dort drin befindet sich ebenfalls ein Infinity-Stein. (Weiterlesen: 5 Gründe, warum Avengers 2: Age of Ultron der Kinohit des Jahres ist)

Der Tesserakt wird zurzeit in Thors Heimatwelt Asgard aufbewahrt, seit „Thor 3“ ist klar, dass er sich wieder in Lokis Besitz befindet. Der Orb ist in Händen der Xandar, der Verbleib des Äthers ist zurzeit unklar nach der Zerstörung seines Aufbewahrungsortes. Der vierte Stein ziert nun das Haupt von „The Vision“, dem neu erschaffenen Superhelden aus „Avengers 2“. Fehlen also noch zwei Steine.

Wer alle sechs Steine besitzt, ist das mächtigste Wesen überhaupt. Und das möchte Thanos gerne werden. Über den Grund kann nur spekuliert werden: In den Marvel-Comics liebt Thanos den Tod, der als Frau dargestellt wird, und möchte ihr zuliebe das Universum ins Chaos stürzen. So wird das mögliche Szenario in „Avengers 3“ zumindest auf der Webseite moviepilot.de erklärt.

Mit diesem Handlungsstrang könnten sich die Macher von „Infinity War“ an der Comicreihe „The Infinity Gauntlet“ orientieren. Darin vereint Thanos alle sechs mystischen Edelsteine in einer Art Handschuh, den er trägt.

Seit dem Kinostart von „Thor 3“ am 31. Oktober 2017 gibt es Gerüchte, dass Todesgöttin Hela (Cate Blanchett) den Tod darstellen könnte, den Thaons liebt. Es sah zwar so aus, dass Hela am Ende des Films vernichtet wurde, aber das soll in einer Comicverfilmung nicht viel heißen. Bestätigt ist bislang nicht, dass Cate Blanchett in „Avengers 3“ mitspielt.  (Weiterlesen: Alle Planungen für das Marvel-Film-Universum im Überblick)

Noch mehr „Avengers“

Bei diesem zerstörerischen Plan vom Titanen Thanos ist klar, dass die jetzige Heldentruppe es allein nicht schaffen kann. Bereits am Ende von „Avengers 2“ wird gezeigt, dass Captain America und Black Widow sich nun um die „Neuzugänge“ Vision, Scarlet Witch, Falcon und War Machine kümmern. Doch die Heldentruppe wird durch die Ereignisse in „The First Avenger: Civil War“ auseinander gerissen. Fortan sind Captain America, Falcon, Hawkeye, Ant-Man und Black Widow auf der Flucht. Der Wintersoldier, „Bucky“ Barnes, wird in Wakanda tief gefroren auf eigenen Wunsch. „Thor: Tag der Entscheidung“ bringt zumindest Thor und den Hulk (Mark Ruffalo) wieder zusammen, das grüne Wutmonster war nach „Age of Ultron“ verschwunden. Zusammen mit Thor macht er sich am Ende von „Thor 3“ wieder auf den Weg zur Erde. Bevor sie dort aber ankommen, werden sie in einer Post-Credit-Szene von einem riesigen Raumschiff aufgehalten. Befindet sich dort an Bord Thanos Generäle, die Black Order? (Weiterlesen: Thor 3: Was bedeuten die Post-Credit-Szenen?)

Welche Helden spielen in „Infinity War Teil 1“ mit?

Die Liste der mitwirkenden Helden ist sehr lang: alle Mitglieder der „Guardians“ (Peter Quill, Gamora, Drax, Groot, Rocket, Nebula, Mantis), Spider-Man, Black Widow, Scarlet Witch, Thor, Loki, Captain America, Iron Man, Dr. Strange, Vision, Bucky Barnes, Black Panther, Hulk, Falcon und War Machine. Dazu kommen noch Pepper Potts, Maria Hill, der Collector sowie weitere Nebenfiguren aus den Einzelfilmen. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung sind Hawkeye und Ant-Man nicht in „Infinity War“ zu sehen. Auch Valkyrie ist nicht dabei. Josh Brolin wird erneut den Oberschurken Thanos verkörpern. (Weiterlesen: Wer spielt alles in „Avengers 4“ mit?)

Wie Regisseur Joe Russo jetzt bekannt gab, dürfte sich das „Avengers“-Team komplett ändern. Die „unterstützenden Avengers sollen die Haupt-Avengers werden“, erklärt Russo laut dem Magazin „The Hollywood Reporter“. Er und sein Bruder wollen die Geschichten der anderen, neuen Superhelden in den Mittelpunkt stellen. Auf die Frage, ob es dann nicht zu viele Helden in den beiden „Infinity War“-Filmen seien, antwortete er: „Nichts hält für ewig, es ist eine Entwicklung. Einige neue Avengers werden (in den neuen Filmen) prominenter, andere Avengers sind dann vielleicht nicht mehr dabei.“ 

Welcher der Helden stirbt?

Denkbar ist natürlich, dass bei einem gewaltigen Gegner wie Thanos einer der Helden stirbt, vielleicht sogar mehrere. Denn wie Marvel-Chef Kevin Feige, bei ihm laufen alle Fäden aller Filme und Serien zusammen, auf der CineEurope Konferenz in Barcelona vor knapp einem Jahr erklärte, werden mit „Avengers 3“ alle Handlungsstränge zusammengeführt, die es seit dem ersten Film „Iron Man“ (2008) gab.

Konsequent wäre es also, würde einer der Protagonisten sein Leben lassen im Kampf für das Gute. Vielleicht sogar Iron Man, mit dem alles begann? Denn einen richtigen Heldentod gab es bislang nicht. Iron Man war bislang oft der Dreh- und Angelpunkt in den Filmen. Sein Tod könnte damit den Startschuss für eine neue Fortsetzung der Heldengeschichten sein, die nach „Avengers 3: Infinity War“ eingeläutet werden soll. Für „Avengers 4“ werden jetzt Statisten für eine große Beerdigung gesucht. Ob es sich wie bei „Civil War“ um die Beerdigung einer Nebenfigur handelt oder um eine Heldenbeerdigung, ist unklar. Wird vielleicht Tony Starks Vision aus „Avengers 2“ zum Teil Wirklichkeit, in der alle Avengers sterben?

(Weiterlesen: Welche Rolle spielt Spider-Man in Civil War?)

Russo-Brüder auf dem Regiestuhl

So viel zur unklaren Geschichte in „Avengers 3“. Nun die Rahmenbedingungen. Regisseur wird nicht mehr Joss Whedon sein, er will sich eine Auszeit gönnen. Daher müssen nun gleich zwei Regisseure ran: die Brüder Joe und Anthony Russo. Beide waren für „Captain America 2: The Winter Soldier“ verantwortlich und haben ihre Sache so gut gemacht, dass sie nicht nur „Captain America 3“ drehen dürfen, sondern auch „Avengers 3“.

„Avengers 3“ nicht mehr aufgeteilt

„Infinity War“ sollte ursprünglich in zwei Teile aufgeteilt werden und am Stück gedreht werden. Das hat Disney nun geändert. Wie das Unternehmen mitteilte, lautet der Titel des ersten Films nun „Avengers: Infinity War“. Der zweite Film heißt bislang „Untitled Avengers“, der genaue Titel steht noch nicht fest, wird aber nicht mehr „Infinity War Part 2“ sein.

Was das für die Handlung bedeutet und wie diese beiden Filme zusammenhängen, ist noch unklar. Wie Entertainment Weekly berichtet, hatten die Regisseure Joe und Anthony Russo bereits bei der Premiere von „Civil War“ angekündigt, dass große Veränderungen anstehen. Die Handlung des dritten Films um Captain America deutete ebenfalls bereits darauf hin, dass das Marvel-Film-Universum einen anderen Weg mit den Avengers einschlagen wird. Und: Die Russo-Brüder sagten außerdem, dass die beiden „Avengers“-Filme „sehr unterschiedlich sein werden.“ 

Am Kinostart hat sich bislang nichts geändert: Teil 1 soll am 26. April 2018 in die Kinos kommen, Teil 2 am 29. April 2019. Auch wenn diese Daten noch weit in der Zukunft liegen, der Start zu den Dreharbeiten soll im Sommer 2016 erfolgen.

Kommerzieller Erfolg des Marvel-Film-Universums

Mit den Comicverfilmungen aus dem Hause Marvel fährt der Disney-Konzern einen finanziellen Erfolg nach dem anderen ein. Allein mit dem ersten „Avengers“-Film wurden anderthalb Milliarden Dollar in die Kassen gespült. Damit ist der Film von Joss Whedon zurzeit der fünftfolgreichste Film aller Zeiten. „Avengers 2: Age of Ultron“ landet derzeit auf Platz sieben der weltweit erfolgreichsten Filme aller Zeiten.

Auch „Iron Man 3“ war erfolgreich: Mit über 1,2 Milliarden Dollar ist der Film mit Robert Downey Jr. als Tony Stark laut Boxofficemojo auf Platz zwölf der weltweit erfolgreichsten Filme. Auf Platz 14 folgt bereits „Captain America: Civil War“. Auch die anderen Filme waren sehr erfolgreich: „Spider-Man: Homecoming“ spielte weltweit über 879 Millionen Dollar ein, „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ über 863 Millionen Dollar, „Guardians of the Galaxy“ über 773 Millionen Dollar, „Captain America: The Winter Soldier“ über 714 Millionen Dollar.

Ein Ende ist also nicht absehbar, weder aus kommerzieller Sicht noch, was die Comic-Vorlagen angeht.