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28.04.2015, 12:14 Uhr KOLUMNE

5 Gründe, warum Avengers 2: Age of Ultron der Kinohit des Jahres ist

Von Manuela Kanies



Osnabrück. In der elften Marvel-Verfilmung gibt es zu viel Action. Die Charakterentwicklung in „Avengers 2: Age of Ultron ist lahm“. Überhaupt bildet der Film nur den Übergang zu „Avengers 3“ und ist ein zu vernachlässigendes Mittelstück. Alles falsch. Die zweite Heldenversammlung mit Iron Man und Co. ist jetzt schon der Kinohit des Jahres. Hier fünf Gründe, warum man das Spektakel unbedingt ansehen sollte.

Mehr Action, weniger Handlung?

Das kann man „Avengers 2: Age of Ultron“ nicht vorwerfen. Klar gibt es mehr Action als beim Vorgänger aus dem Jahr 2012, es ist ja auch eine Comicverfilmung über den Zusammenschluss von Superhelden. Da muss es krachen, wenn die geballte Superhelden-Macht von Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) auf den Super-Schurken Ultron (James Spader) trifft. Es wird sich kräftig gekloppt, zwar in der harmlosen Disney-FSK-12-Version, aber dafür umso effektvoller. (Lesen Sie zu Avengers 2 auch unsere ausführliche Filmkritik: Was taugt der 11. Marvel-Film?)

Herausragend sind vor allem die Anfangsszene und der Schlusskampf, den Regisseur Joss Whedon wie im ersten Teil „Marvel‘s The Avengers“ in einer bildgewaltigen Choreografie inszeniert, die jedem Helden einen furiosen Auftritt beschert.

Doch da auch Superhelden nicht unfehlbar sind, legen sie sich den größten Stein selbst in den Weg: „Iron Man“ Tony Stark und Bruce Banner (Hulk) hauchen Ultron Leben ein und sorgen dadurch selbst für den Bösewicht, den sie bekämpfen müssen. Ultron ist Starks Nemesis, er bestraft den Hochmut des Wissenschaftsgenies, indem er die Avengers auslöschen will. Dabei wollte Stark doch nur eine Waffe gegen die bösen Aliens erschaffen, die er im ersten Teil „Marvel‘s The Avengers“ bekämpfen musste. (Weiterlesen: Marvel’s The Avengers: Was passiert mit Iron Man?) Dummerweise richtet sich die Waffe gegen ihren Schöpfer. Neu ist diese Geschichte zwar nicht, sie fordert aber die Helden erneut heraus und gibt ihnen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Und erschafft neue Helden. (Weiterlesen: Captain America: Fakten zu Schauspieler Chris Evans)

Zu viele neue und alte Charaktere?

Regisseur Joss Whedon ist ein Meister von Filmen und Serien mit großer Besetzung. Bereits in seinen Serien „Buffy“ und „Angel“ bewies er ein gutes Händchen für die Nebenbesetzungen, arbeitete scheinbare Randfiguren zu Charaktergrößen heraus und vergaß trotzdem niemals seine Protagonisten. Auch wenn „Avengers 2“ wieder einmal den Tüftler Tony Stark alias Iron Man und Ultron in den Mittelpunkt stellt, denkt Whedon auch an den Rest des Teams. Außer Thor und Captain America, die in ihren Einzelfilmen bereits zur Genüge von allen Seiten beleuchtet wurden, widmet sich der Regisseur mit Hingabe der Beziehung zwischen Black Widow und dem Hulk, beziehungsweise zwischen Natasha Romanoff und Bruce Banner. Eine Beziehung zwischen zwei Helden, die sich schwer damit tun, anderen zu vertrauen, und es dennoch wagen. Gibt es ein Happy End?

Endlich: „The Vision“ taucht auf

Während sich alle (zurecht) über eine neue weibliche Superheldin in Form von Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) freuen, spricht niemand über „The Vision“ (Paul Bettany). Zu viel Information über diesen neuen Heldenzuwachs wäre auch ein großer Spoiler, dennoch wäre es fatal, ihn deshalb nicht zu erwähnen. An dieser Stelle soll er also nur lobend erwähnt werden: Seine sanftmütige Dialogbereitschaft setzt endlich den wohltuenden Gegensatz zum effektvollen Draufhauen der restlichen „Avengers“. Der Bruder von Scarlet Witch, Quicksilver, ist hingegen nur schnelles Beiwerk. (Aaron Taylor-Wood und „Shades of Grey“: Wer ist der Quicksilver-Star wirklich?)

„Avengers 2“ ist mehr als nur Mittel zum Zweck

Der Film ist nur ein Übergang zu „Avengers 3: Infinity War“? Ein zu vernachlässigendes Mittelstück? Auf gar keinen Fall. Regisseur Joss Whedon wollte eine perfekte Comic-Verfilmung abliefern, das ist ihm auch gelungen. „Age of Ultron“ greift Handlungsstränge aus dem ersten Teil auf und aus den anderen Einzelfilmen zu Thor, Captain America und Iron Man. Auch die Entwicklungen aus „Guardians of the Galaxy“ spielen eine Rolle. Dadurch wird es für Zuschauer, die diese Filme nicht kennen, etwas schwierig, alle Details zu durchschauen. Aber der Hauptkonflikt, wie schaffen die „Avengers“ es als Team, sich gegen Ultron durchzusetzen, ist so simpel wie spannend anzusehen. (Weiterlesen: Diese Kinos in der Region zeigen „Avengers: Age of Ultron“)

Mehr Humor!

Und zum Schluss noch der eigentlich nicht notwendige Hinweis: Auch dieser Marvel-Film spart nicht an lustigen Sprüchen und Frotzeleien. Whedon bewahrt auch hier die Balance zwischen Witz und Düsterheit und offenbart wie im ersten Teil einen Hauch Selbstironie, wenn sogar Ultron die Helden auf die Schippe nimmt.

„Avengers 2: Age of Ultron“ hat alles, was ein Blockbuster des Jahres braucht: Humor, Liebe, Freundschaft, Verzweiflung und hervorragend inszenierte Action. Damit verabschiedet sich Joss Whedon als Regisseur vorerst aus dem Marvel-Universum, seine filmischen Fußspuren sind damit noch größer geworden. Vielleicht braucht es deswegen gleich zwei neue Regisseure für die dritte Avengers-Verfilmung: Die Russo-Brüder (für Captain America 2 verantwortlich) müssen sich in „Infinity War 1 + 2“ beweisen.


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