Geschichte schon 1936 konzipiert „Pit und Peggs“: Kinderbuch von Felix Nussbaum

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Osnabrück. Wer weiß, dass Felix Nussbaum ein Kinderbuch geschrieben hat? Jetzt ist es auf dem Markt. Sein Titel „Die Abenteuer von Pit und Peggs“.

Wer hat Lust auf ein Land der Dunkelheit, in dem aggressive Roboter aufmarschieren? Pit und Peggs wollen lieber zum Blumenkorso nach Nizza. Geträumt, getan: Die Geschwister Pit und Peggs fahren nach Frankreich und gewinnen mit ihrem zum „Blumomobil“ ungestalteten Gefährt den ersten Preis. Was macht es da, dass es von der Côte d’Azur auf dem Lichtstrahl in Sekundenschnelle wieder nach Hause geht?

Der Osnabrücker Felix Nussbaum (1904–1944) gilt als der Maler des Holocaust. Aber er plante mit Michael Loewen 1936 das Kinderbuch „Die Abenteuer von Pit und Peggs“. Erst jetzt kommt das verschollene Werkchen als Buch mit rekonstruierten Zeichnungen heraus. 2010 gab es schon eine Filmproduktion nach dem Buch zu sehen. Das Büchlein überrascht mit einem anderen Felix Nussbaum. Der erweist sich als einfallsreicher Zeichner skurriler Szenen. Sein Grundthema aber bleibt: Diktatur, Verfolgung, Exil. Insofern ist das Buch sicher für Kinder verständlich. Aber auch Erwachsene werden es gern in die Hand nehmen. Ihnen erschließt sich „Pit und Peggs“ als kaum verschlüsseltes Dokument einer Zeit der Bedrängnis. Raus aus Hitler-Deutschland – das wollten damals viele. lü

Felix Nussbaum u.a.: Die Abenteuer von Pit und Peggs.
Schaltzeit Verlag. 16,80 Euro. www.schaltzeitverlag.de


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