Mit Wilsons „Video Portraits“ „lichtsicht 5“: Testprojektionen in Bad Rothenfelde

Einer der Beiträge für die nächste Lichtsicht-Biennale: Tim Otto Roths „anaglyphische Projektion“, Foto: Angela von BrillEiner der Beiträge für die nächste Lichtsicht-Biennale: Tim Otto Roths „anaglyphische Projektion“, Foto: Angela von Brill

Bad Rothenfelde. Der Testlauf die „lichtsicht 5“ in Bad Rothenfelde ist abgeschlossen. Künstler wie Robert Wilson haben ihre Videos auf die Gradierwerke projiziert.

In den Nächten vom 15. bis zum 18. März 2015 haben die Künstler der fünften Ausgabe der Lichtsicht-Biennale in Bad Rothenfelde ihre Beiträge probeweise auf die Gradierwerke in Bad Rothenfelde projiziert. Mit den Testläufen sollten die örtlichen Gegebenheiten ebenso wie die technischen Möglichkeiten erprobt werden. Die „lichtsicht 5“, die am 18. September 2015 beginnen und am 7. Februar 2016 enden wird, ist die erste Ausgabe des Kunstereignisses, das die von Peter Weibel verantwortet wird. Der Kurator, Künstler und Medientheoretiker Weibel leitet das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM).

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Stargast der neuen Lichtsicht-Biennale wird der amerikanische Videokünstler und Regisseur Robert Wilson sein. Er zeigt bei der Biennale in Bad Rothenfelde einige seiner“Video Porträts“, für die er Stars wie Lady Gaga oder Brad Pitt aufgenommen hat. Insgesamt umfasst die Serie 60 Porträts, von denen mehrere auf die rund einen Kilometer langen und elf Meter hohen, mit Schwarzdornreisig besetzten Gradierwerke geworfen werden sollen. Wilson ist vor allem durch spektakuläre Theaterinszenierungen bekannt geworden. Im April 2015 wird er am Berliner Ensemble gemeinsam mit dem Musiker Herbert Grönemeyer Goethes „Faust“ gestalten.

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Nach einer Mitteilung der „lichtsicht 5“ hat auch ein Assistent des südafrikanischen Documenta-Künstlers William Kentridge die Gradierwerke besichtigt und Probeprojektionen vorgenommen. „In seiner performativen, hoch-komplexen Arbeit zeigt Kentridge Menschen, die tanzen, musizieren, Bilder hochhalten, Fahnen schwenken, aber auch Skelette und Kranke in einer Art Schattenriss-Prozession. Dabei lässt die Arbeit an viele Formen der Prozession vom Motiv des Totentanzes bis hin zum aktuellen Phänomen des globalen Massenprotestes denken“, teilt „lichtsicht“-Sprecherin Sabine Weichel mit.

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Spannend wird sicher auch der Beitrag von Holger Förterer ausfallen. Der Medienkünstler lädt Besucher dazu ein, seinen „Feuerwall“ interaktiv mitzugestalten. Nach den Informationen der Biennale sollen Besucher per App eigene Fotos auf die „Feuerwand“ laden können. Die Bilder fangen dann visuell Feuer und verbrennen. „Diese Arbeit hat mit Abschied und Loslassen zu tun. Ich möchte damit die Lust am digitalen Vergessen und am persönlichen Erinnern anregen“ erklärt Holger Förterer seine Arbeit.

Interaktiv wird auch die Arbeit LASACT der Künstler Daniel Becker, Michael König, David Murmann, Alexander Rechberg und Adrian Rennertz ausgelegt sein. Sie soll Besuchern die Möglichkeit geben, eine Laserprojektion auf der Stirnseite der Gradierwerke per Smartphone künstlerisch zu beeinflussen. „Über ein freies WLAN können sich die mobilen Geräte einwählen. Durch Tippen, Wischen und Wackeln lassen sich sowohl die Lichtstrahlen als auch die Musik steuern“, heißt es in der Mitteilung von „lichtsicht 5“. „„Neben den neu-esten künstlerischen Entwicklungen der Projektionskunst, die z. B. interaktiv ist und mit Medien wie dem eigenen Smartphone der Besucher verknüpft werden kann oder aber mit neuesten Computersimulationstechniken arbeitet, ist das Thema Porträt eine große Klammer“, erläuterte Peter Weibel das künstlerische Programm der Projektionsbiennale.


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