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Comic und TV-Serie „Outcast“: Neues vom Walking-Dead-Autor Robert Kirkman

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Berlin. Passend zum TV-Finale von „The Walking Dead 5“ startet der Comic Verlag Cross Cult die neue Serie von Walking-Dead-Autor Robert Kirkman: „Outcast“. Worum geht es? Und wann startet „Outcast“ als TV-Serie?

Robert Kirkmans Zombie-Comic „The Walking Dead“ hat es seit 2003 auf 139 Bände gebracht; die TV-Adaption hat gerade die fünfte Staffel zum Finale gebracht. Mit „Outcast“ hat Kirkman im vergangenen Sommer eine neue Horrorserie aufgelegt. Beim Walking-Dead-Verlag Cross Cult ist nun die erste Übersetzung von inzwischen acht US-Bänden erschienen. (Weiterlesen: Fear the Walking Dead – mit diesem Spin-off überbrücken Sie die Zeit zur nächsten Staffel.)

Worum geht’s in Robert Kirkmans „Outcast“?

Nach den Untoten kommen die Dämonen. „Outcast“ ist eine Exorzismus-Geschichte aus dem West-Virginia der Gegenwart. Titelheld ist Kyle Barnes, der in seiner Jugend von der Mutter misshandelt wurde und als Erwachsener selbst gewalttätig wurde. Seine Frau hat ihn verlassen, als er sie und die gemeinsame Tochter attackiert hat – oder haben soll. Denn tatsächlich richten sich Kyle aggressiven Ausbrüche nur scheinbar gegen seine Freunde und Verwandten, in Wahrheit aber gegen Dämonen, die von ihnen Besitz ergreifen. Das Ziel der dunklen Mächte scheint er selbst zu sein: Alle Besessenen sehen in ihm einen „Outcast“ - was auch immer das ist.

Wird nach „The Walking Dead“ auch „Outcast“ zur Serie?

Mit dem Erfolg der „Walking Dead“ reicht der Name Robert Kirkman als Ausweis der TV-Tauglichkeit. Nach bislang gerade acht Folgen hat der Abo-Sender Cinemax die Rechte an „Outcast“ gekauft und für das laufende Jahre eine Miniserie von vorerst zehn Episoden angekündigt. Die Hauptrollen sollen Patrick Fugit als Kyle Barnes und Philip Glenister übernehmen. „Outcast“ ist nicht die erste Serienproduktion von Cinemax; der Sender, der wegen seines freizügigen Programms auch Skinemax genannt wird, hat unter anderem „Banshee“ produziert – eine Gangsterserie, die vor allem auf den Schauwert heroischer Gewalt setzt. (Weiterlesen: Staffel-Finale von „The Walking Dead“ – Frust oder Freude?)

Wer sind die wichtigsten „Outcast“-Figuren?

Kyle Barnes bekommt im ersten Band einen wichtigen Verbündeten, der zugleich das Epizentrum des klasssichen Exorzisten-Stoffs ist: den Geistlichen. Reverend Anderson ist eine Art hard-boiled Priester, der die Kollekte nachts beim Pokern aufbessert, um tagsüber Dämonen auszutreiben. Ein weiterer Feind der Finsternis ist der Detective Luke Masters. Seine Frau wurde von Masters bestem Freund ermordet; seitdem recherchiert der beurlaubte Polizist Fälle, in denen Menschen plötzlich nicht mehr sie selbst waren und für andere zur Gefahr wurden. Zum privaten Umfeld von Kyle gehören Megan und ihr Mann Mark; Megan ist Kyle wie eine Schwester verbunden, seit er in ihrer Familie als Gastkind aufgenommen worden war. Mark ist Polizist und sieht die Verbindung zu dem gewalttätigen Kyle kritisch. Und schon im ersten Band wird ein Gegenspieler der Geisterjäger eingeführt, der nicht nur diabolisch blickt – sondern seinen eigenen Andeutungen zufolge auch tatsächlich der Teufel ist. (Sie mögen gar keine Zombies? Dann werden Sie unsere „6 Gründe, warum TWD Mist ist“ lieben.)

Was unterscheidet „Outcast“ von „The Walking Dead“?

Mystery statt Splatter, bedrohte Seelen statt verwesender Körper. „Outcast“ liest sich in vielen Momenten wie ein bewusster Gegenentwurf zu „The Walking Dead“. Die größten Brüche leiten sich direkt aus dem Wechsel des Horrorgenres ab: Die Zombie-Apokalypse ist eine Gemeinschaftsgeschichte, bei der ein Trupp Überlebender die Regeln einer verlorenen Gesellschaftsordnung im kleinen aufrechtzuerhalten versucht. Die zerstörte Ordnung ist hier der Ausgangspunkt allen Geschehens. Im Exorzismus-Plot haben Normalität und Alltag scheinbar noch Bestand, erweisen sich aber von dunklen Kräften unterwandert. Nach den Gruppenprozessen in „The Walking Dead“ steht hier das Geheimnis eines Einzelnen im Mittelpunkt. Wobei das Unbehagen zumindest am Anfang auch dadurch aufkommt, dass hier ein häuslicher Gewalttäter durch den magischen Plot entschuldigt wird. Wir sind gespannt, wie Robert Kirkman diesen Fallstrick überwindet. (Weiterlesen: Zombies auf der Speisekarte – die schrägsten Folgen des Walking-Dead-Hypes.)

Wer zeichnet Kirkmans „Outcast“?

Für „Outcast“ wechselt Robert Kirkman den Zeichner. Dass er zu Tony Moore zurückfindet, der die ersten sechs Bände der „Walking Dead“ gezeichnet hat, war nach dem Rechtsstreit der beiden kaum zu hoffen. Charlie Adlard, der die lebenden Toten seitdem ins Bild bringt, scheint mit der Zombie-Serie aber trotz seines eher schlampigen Strichs ausgelastet zu sein. Den Zuschlag für „Outcast“ hat jedenfalls Paul Azaceta bekommen. Comicfans kennen seinen Strich aus Serien um Helden wie Daredevil, Spider-Man, die X-Men, die Northlanders und Conan den Barbaren. (Verrat am Zombie: Warum das Buch „World War Z“ soviel besser ist als der Film.“)

Robert Kirkman, Paul Azaceta: „Outcast“. Cross Cult. 160 Seiten, 22 Euro.

Alle Kritiken zu „The Walking Dead“ und Informationen zu weiteren Serien finden Sie in unseremThemenportal.


Wer mit Gleichgesinnten über die US-Serie „The Walking Dead“ diskutieren möchte, ist in der Facebook-Gruppe „The Walking Dead German Webfanside“ und auf der Fan-Seite The Walking Dead German Webfanside gut aufgehoben. Auf der gleichnamigen Fan-Seite gibt es auch immer aktuelle Infos.

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