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04.03.2015, 18:11 Uhr PROVOKATION MIT HOCHKULTUR?

Rüdiger Safranski spricht bei Salzburger Festspielen

Ein Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann


Autor der neuen Goethe-Biografie: Rüdiger Safranski. Foto: dpaAutor der neuen Goethe-Biografie: Rüdiger Safranski. Foto: dpa

Osnabrück. Rüdiger Safranski hält die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele 2015. Ein Votum für den Konsens? Nein. Safranski wird provozieren - mit Hochkultur.

Bestseller-Autor Daniel Kehlmann rechnete 2009 mit dem Regietheater ab, Jean Ziegler wollte 2011 dem betuchten Festivalpublikum das Elend der Dritten Welt vorhalten und wurde ausgeladen. Die Rede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele ist alles andere als eine matte Kulturkonvention für das satte Premiumpublikum. Zum Glück.

Rüdiger Safranski ist einer der populärsten deutschen Philosophen. Lesen Sie hier das Porträt zum 70. Geburtstag.

Jetzt haben die Festivalmacher Rüdiger Safranski eingeladen. Die Salzburger meinen den Quotenmann für den gehobenen Anspruch. Safranski muss zeigen, dass auch sein Nachdenken wehtun kann.

Denn anders wird ihm keine Rede gelingen, die im Gedächtnis haften bleibt. Rüdiger Safranski denkt allerdings widerständig genug, um diesen Anspruch einlösen zu können.

Rüdiger Safranski hat die neue. monumentale Goethe-Biografie geschrieben. Lesen Sie hier, warum das Buch fasziniert.

Das Rezept: Safranski akzentuiert Hochkultur als Provokation aus unerwarteter Richtung. Er liest Goethe als Mentor für Krisenzeiten, entwickelt Konzepte der Lebenskunst als Weg aus der Stressfalle von Konsum und Globalisierung. Safranski fordert Hochkultur neu ein, als Schule der Selbstreflexion. Genau das geht uns heute an.

Rüdiger Safranski hat auch eine Biografie über Martin Heidegger geschrieben. Gleichzeitig kritisiert er den Denker scharf. Lesen Sie hier das Interview.


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