Märtyrer Tour 2015 in Osnabrück 1200 Fans beim Kool Savas Auftaktkonzert im Hyde Park

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Osnabrück. Der deutsche Rapper Kool Savas gastierte am Mittwochabend im Osnabrücker Hyde Park. Rund 1200 Fans waren laut Veranstalter gekommen, um mit dem selbst ernannten King of Rap den Auftakt zur Märtyrer Tour 2015 zu feiern.

Empfangen wurde das Publikum von einem Doktor im blutverschmierten Kittel. Mit einer Säge machte er sich über einen an einen Stuhl geketteten Mann her. Die Videoprojektion erinnerte an einen Horrorfilm. Der Wahnsinnige richtete abschließend eine Ansprache an die Menge in der er sich kritisch gegenüber der Medienlandschaft und Rapszene äußerte. Ganz im Stile des aktuellen Albums „Märtyrer“ stand die Manipulation der Massen im Fokus.

Aufwendige Bühnenshow

Dann fiel der Vorhang und Kool Savas übernahm gemeinsam mit seinem DJ Sir Jai und dem Hamburger Rapper Laas Unltd. die Bühne. Nach nur wenigen Sekunden sprang der Funken auf das Publikum über. Beim Einstiegssong „Matrix“ waren die Hände ebenso schnell oben, wie der selbst ernannte King of Rap seine Texte ins Mikrofon rappte. Passend zum Refrain „Blaue Kapsel, rote Kapsel, Matrix“ lieferte die Bühnenbeleuchtung die farbliche Untermalung.

Insgesamt bot Kool Savas für ein Rapkonzert viele Showelemente. Wahlweise sprühten Flammen oder Dampfstöße aus dem Boden. Außerdem explodierten Konfettibomben zu Beginn und zum Ende des Konzertes.

Bei der Songauswahl blieb sich der gebürtige Aachener jedoch treu. Denn obwohl es die „Märtyrer Tour“ ist, bekommt der Besucher Titel aus 15 Jahren Rapkarriere zu hören. Darunter der Song „King of Rap“ mit dem Kool Savas im Jahr 2000 seinen Durchbruch schaffte. Die Reise ins letzte Jahrzehnt machte deutlich, dass der Rapper in Osnabrück auf ein treues Publikum traf. Ältere Texte wurden ebenso lautstark mitgerappt, wie die neuen Titel. (Lesen Sie hier: Kool Savas im Interview)

Zur Halbzeit bot DJ Sir Jai ein Medley aus dem Song-Katalog von Kool Savas. Der kürzlich 40 Jahre alt gewordene Star nutzte die Zeit, um ein wenig zu verschnaufen. Die Show wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Das Publikum feierte die Abwechslung und hielt die Stimmung auf Hochtemperatur.

Kritik an der Szene

In der zweiten Halbzeit bündelte Kool Savas aber wieder die Kräfte. Die Vorbereitung auf die Tour mit einem Personal-Trainer zeigte Wirkung. Bis zum Ende stellte er seine Fähigkeiten am Mikrofon gepaart mit einer hohen Bühnenpräsenz unter Beweis. Diese Kombination hat ihn zu einem der erfolgreichsten Rap-Acts des Landes gemacht.

Überraschend war das Unterhaltungstalent des Wahlberliners. Mit Kritik an der Szene, verpackt in lockeren Sprüchen, brachte er das Publikum immer wieder zum Lachen. Zum Beispiel als er jedem Mitstreiter im Lande samt Begleitung ein VIP-Ticket für sein Konzert anbot, um mal eine richtige Rap-Show zu sehen. Natürlich im abgesperrten Bereich, um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Nach zwei Zugaben und knapp zwei Stunden verabschiedete die Menge ihren Star, der sich wiederum, wie schon oft an diesem Abend, für die Unterstützung bedankte.


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