Jude Law sucht Nazi-Schatz Black Sea: U-Boot-Thriller mit einer Prise Existenzialismus

Meine Nachrichten

Um das Thema Kultur Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. In „Black Sea“ heuert der britische U-Boot-Kapitän Robinson (Jude Law) bei einem Millionär an und soll einen Nazi-Schatz finden. Dann kommt es zu Kämpfen innerhalb seiner Mannschaft.

Osnabrück. Auch Helden kommen einmal an das Ende ihrer Kräfte. Wie der britische U-Boot-Kapitän Robinson (Jude Law) . Etwa dreißig Jahre lang war er in den Meeren unterwegs, hat wegen seines Berufs seine Frau und seinen Sohn verloren. Doch nun wird er gefeuert. Einfach so. Zum Abstieg kommt die Demütigung: Das Jobcenter will nämlich aus dem einstigen „Helden der Arbeit“ einen schnöden Burger-Brater machen.

Unerwartet kommt ein verlockendes Angebot. Mit der finanziellen Hilfe eines Millionärs soll Robinson im Schwarzen Meer nach einem Nazi-U-Boot tauchen, in dem mehrere Tonnen Gold lagern. Eine nicht ungefährliche Schatzsuche. Zum einen, weil die russische Schwarzmeerflotte davon nichts erfahren darf, zum anderen, weil der „Faktor Mensch“ die waghalsige Aktion gefährdet.

Denn die Mannschaft aus Engländern und Russen versteht sich auch sprachlich kaum. Es kommt zu Kämpfen, ja sogar zum Mord. Mit bösen Konsequenzen: Das U-Boot sinkt auf Grund. Kann die Mannschaft doch noch das Gold bergen und entkommen?

Klaustrophobische Enge, eine fast mit den Händen greifbare Spannung, dazu die kalte Dunkelheit in der Meerestiefe – obwohl „Black Sea“ die üblichen Elemente des U-Boot-Thrillers bedient, umschifft Regisseur Kevin Macdonald („The King of Scotland“) geschickt Klischees. Zum einen, weil er Herzklopfen aus unerwarteten, aus dem Ruder laufenden Ereignissen zieht, zum anderen jedoch, weil er seine Handlung mit Spuren des Klassenkampfes sowie einer Prise Existenzialismus würzt. So überzeugt „Black Sea“ zweifach: Einerseits als schweißtreibend spannendes Genrestück, andererseits aber auch als packendes menschliches Drama. Zweifellos ein Film, den man als Zuschauer mit Gewinn verlässt. Selbst wenn die Helden Verlierer sind.

Black Sea. GB 2014. R: Kevin Macdonald. D: Jude Law, Michael Smiley, Scott McNairy. 115 Minuten. Ab 12 Jahren. Filmpassage


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN