7000 Fans in Halle/Westfalen Rea Garvey zeigt sich im Gerry-Weber-Stadion von seiner besten Seite

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Halle/Westfalen. Fast 7000 Fans pilgerten durch das winterliche Westfalen, um im Gerry Weber-Stadion das Konzert des irischen Sängers Rea Garvey zu erleben. Sie wurden nicht enttäuscht: Der ehemalige Frontmann der Band Reamonn und Coach der Casting Show „Voice Of Germany“ zeigte sich als Musiker und Entertainer von seiner besten Seite.

Kommt er noch einmal? Oder entlässt Rea Garvey seine hungrigen Fans mit dem vielsagenden Titel „The End Of The Show“? Jedenfalls singt er „It´s time to go home“ und verschwindet mit seiner Band von der Bühne – um die Zuschauer lange zappeln zu lassen. Aber vielleicht braucht der Sänger ja eine Verschnaufpause, um sein Konzert zu einem finalen Höhepunkt zu schrauben.

Begonnen hat der Abend mit dem Auftritt der Band White Chalk, die Garvey offenbar in seiner irischen Heimat aufgetan hat. Sieben junge Musiker generieren mit Instrumenten wie Cello und Mandoline einen animierenden Folkrock. Die vierstimmigen Chorlinien haben Stadionqualität. So passen sie hervorragend zu einigen Songs im Programm von Rea Garvey, der anschließend alle Register zieht.

Von versierter Lichtshow in Szene gesetzt interpretiert er einige Songs von seinem aktuellen Album „Pride“. Doch viele Zuschauer sind eben gekommen, weil er Coach bei „The Voice Of Germany“ ist. Garvey schätzt die Show, daher hat er auch gleich zwei Teilnehmer als Gäste eingeladen. Mit der 18-jährigen Lina Malin Arndt trägt er gemeinsam den Song „Hurt“ von Trent Reznor vor, der durch die Interpretation von Johnny Cash berühmt wurde. Dem „Voice“-Finalisten Andrei Vesa überlässt er gar die ganze Bühne samt seiner Band für den Titel „Moving On“. Nur der von innen beleuchtete Stehauf-Mikrophonständer wird von dem Sängerpodest entfernt: Der ist nur für den Meister.

Garvey erweist sich einmal mehr als Mensch, der den Mund nicht halten kann: „Das habe ich von meinem Vater geerbt“, gesteht er. Zu seinen Anekdoten und Kommentaren gehört auch ein Appell, sich von politischen Propagandisten nicht vereinnahmen zu lassen: „Es ist egal ob man Jude, Christ oder Moslem ist, und es ist egal, woher man kommt, wir sind alle gleich“, ruft er unter dem Jubel des Publikums. Und er beschwört den verbindenden Charakter von Musik: „Ein Live-Konzert ist für mich etwas Heiliges“, sagt er und bekommt auch dafür viel Applaus. Als Dankeschön macht er beim Lied „Love Someone“ eine Runde durch das ganze Stadionrund, drückt Hände, lässt sich fotografieren: ein Star zum Anfassen. Und natürlich kommt er nach „The End Of The Show“ noch einmal auf die Bühne. Mit seiner Schwester Mags sowie mit dem Bassisten Mark singt er die Ballade „It´s A Good Life“. Der Effekt: imposanter Handylicht-Alarm bis unter die Decke des Stadions. Mit dem Lied „Oh My Love“ beweist er nach fast zwei Stunden, dass er ein guter Musiker mit starker Stimme und griffigen Songs ist, der weiß, was er will – und daher ja auch ein guter Coach für eine Casting-Show ist.


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