Erinnerung an kulturelle Verbindungen Israel stellt Kulturdokumente ins Netz

Raumschiff des Wissens: Das undatierte Handout des Schweizer Architekturbüros Herzog/de Meuron zeigt den Lesesaal des geplanten Neubaus der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Foto: dpaRaumschiff des Wissens: Das undatierte Handout des Schweizer Architekturbüros Herzog/de Meuron zeigt den Lesesaal des geplanten Neubaus der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Foto: dpa

Osnabrück. Israels Nationalbibliothek stellt 50 Dokumente zum deutschen Kulturleben ins Netz. Ein Kommentar.

Raus aus der Schublade, rein ins Netz: Die 50 Dokumente, die die Israelische Nationalbibliothek nun per Internet zugänglich macht, gehen genau den richtigen Weg. Nur so besteht die Chance, dass diese einmaligen Zeugnisse bei vielen Menschen genau jenes Staunen auslösen, mit dem Erkenntnis beginnt. Das setzt allerdings voraus, dass die Dokumente auch entsprechend aufbereitet, erläutert, in Kontexte eingefügt werden. Nur so wird ein Adressatenkreis erreicht, der über Archivare und Doktoranden hinausreicht. Der interessierte Laie muss die Zielgruppe sein.

Die Bibliotheksstücke aus Israel machen vor allem klar, welch wertvolle kulturellen Verbindungen mit Drittem Reich und Weltkrieg im letzten Jahrhundert gekappt wurden. Auch wenn jüdisches Leben in Deutschland erfreulicherweise längst wieder zum Alltag gehört, so ist leider auch klar, dass Kulturverluste bleiben.

Die Mitarbeiter der Nationalbibliothek waren so aufmerksam, mit Stefan Zweig einen der wichtigsten deutschsprachigen Intellektuellen des Jahrhunderts zu berücksichtigen. Sein Friedensappell besitzt darüber hinaus heute wieder unbedingte Dringlichkeit.


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