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29.12.2014, 17:29 Uhr IM ZUGWIND DER GLOBALISIERUNG

Was ist künftig eigentlich noch Kultur?

Ein Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann


Demonstranten protestieren 2014 vor Beginn des CSU-Parteitages in Nürnberg (Bayern) mit Plakaten gegen TTIP und CETA, die geplanten EU-Freihandelsabkommen mit USA und Kanada. Foto: dpaDemonstranten protestieren 2014 vor Beginn des CSU-Parteitages in Nürnberg (Bayern) mit Plakaten gegen TTIP und CETA, die geplanten EU-Freihandelsabkommen mit USA und Kanada. Foto: dpa

Osnabrück. Wer entscheidet darüber, was künftig Kultur ist? Wahrscheinlich sehr viel mehr die Globalisierung als nationale Gesetze. Ein Kommentar.

Was taugt die Kulturpolitik? Die Frage des Deutschen Kulturrates ist richtig gestellt. Auch der Blick auf die Berliner Gesetzgebung zur Kultur ist immer wieder aufschlussreich. Das Problem: Was in Deutschland künftig als Kultur ermöglicht werden wird, hängt schon längst nicht mehr nur von nationaler Gesetzgebung ab. Berlin entscheidet nicht allein.

Denn längst rüttelt der steife Wind der Globalisierung an den Grundfesten jenes Kultursystems, das Deutsche lieben und schätzen. Ein internationaler Standard ist es deshalb noch lange nicht. Digitalisierung und Freihandel könnten sich als die großen Gleichmacher erweisen – gerade in Fragen der Kultur. Sie generalisieren jene Gesetze des Marktes, die das deutsche Kultursystem eindämmt.

Dabei erweist sich das deutsche – und übrigens auch europäische – Kultursystem durchaus als leistungsfähig. Es ermöglicht eine Vielfalt, die es anderswo einfach nicht gibt. Auch der Zuzug ausländischer Künstler gerade nach Deutschland spricht Bände. Deshalb sollte Europas Kultur verteidigt werden. Allerdings mit Argumenten, nicht mit Larmoyanz.


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