„Das Salz der Erde“ von Wim Wenders Dokumentation über den Fotografen Sebastião Salgado

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Osnabrück. Der Fotograf Sebastião Salgado hat viele eindrucksvolle Bilder gemacht. Wim Wenders und Juliano Ribeiro Salgado haben eine Dokumentation über ihn gedreht. Sie heißt „Das Salz der Erde“.

Er hat das abgrundtief Böse gesehen, aber auch das Erhabene, war in Krisengebieten ebenso unterwegs wie im Urwald von Papua-Neuguinea, in der sibirischen Arktis oder in den bolivianischen Anden: Die Schwarz-Weiß-Fotos, die der Brasilianer Sebastião Salgado dabei machte, gehören zu den eindrucksvollsten, die je gemacht wurden.

Sebastiao Salgado – ein Porträt im NOZ-Fotoblog

Der Dokumentarfilm, den der Regisseur Wim Wenders ( „Buena Vista Social Club“ , „Pina“ ) nun zusammen mit Salgados Sohn Juliano Ribeiro über dessen Leben drehte, rührt dabei mehr als einmal zu Tränen.

Etwa wenn „Das Salz der Erde“ Bilder aus der Sahelzone während der Dürre in den 80er-Jahren zeigt. Ein Ort, wo, wie Salgado bemerkt, der Tod einfach zum Leben dazugehörte: Ausgemergelte Körper, hohlwangige Kinder, stumpfe Blicke aus tief liegenden Augen zeigen das schreckliche Geschehen.

Oder Bilder, die Salgado von Vertriebenen während des Balkankrieges machte und ihn daran erinnerten, wie er selber vor der brasilianischen Militärdiktatur in den 60ern nach Europa fliehen musste. Geradezu unerträglich dürfte jedoch die Arbeit in Ruanda während des Völkermordes im Jahr 1994 gewesen sein. Massakrierte Körper, Hunger, Wahnsinn: Wim Wenders spricht da im Off einmal vom „Herz der Finsternis“.

Für Salgado war es ein Wendepunkt: Er, der so viel Elend dokumentierte, verlor spätestens hier seinen Glauben an „das Menschliche“.

Er suchte Trost. Und fand ihn in der Naturfotografie sowie auf der Rinderfarm seines Vaters, die er wieder aufforstete, nachdem sie zuvor durch Erosion zerstört worden war. Wenders dokumentiert die Arbeit Salgados in ästhetisch perfekten Aufnahmen, nähert sich somit auch stilistisch den dargestellten Foto-Arbeiten, die – trotz ihres Inhaltes – dabei nie voyeuristisch wirken. Ergänzt durch die von Juliano Ribeiro Salgado gemachten Aufnahmen, die seinen Vater bei der Arbeit zeigen, zeigt der Film so das bewegende Gesamtbild eines bedeutsamen Bildkünstlers und charismatischen Menschen.

Die Fotos, die Salgado machte, werden bleiben. Und der Dokumentarfilm zollt diesem Menschen großen Respekt. Verdientermaßen.

„Das Salz der Erde“.
(F 2014). R: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado.
D: Sebastião Salgado, Wim Wenders, Juliano Ribeiro
Salgado. 110 Minuten.
FSK: ab 12. Hasetor.


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