Nicht nur Rekorde auf Kunstauktionen: Unternehmen entdecken Kunst als Medium für Veränderungsprozesse Neue Allianzen zwischen Kunst und Wirtschaft

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Kunst in Unternehmen: Ein Mitarbeiter geht in Essen (Nordrhein-Westfalen) in der Eon Unternehmenszentrale an verschiedenen Zeichnungen vorbei, vorne ein Holzschnitt von Lyonel Feininger. Das Energieunternehmen präsentiert rund 200 Objekte seiner Kunstsammlung in der Lobby, den Fluren und in den Konferenzräumen. Foto: dpaKunst in Unternehmen: Ein Mitarbeiter geht in Essen (Nordrhein-Westfalen) in der Eon Unternehmenszentrale an verschiedenen Zeichnungen vorbei, vorne ein Holzschnitt von Lyonel Feininger. Das Energieunternehmen präsentiert rund 200 Objekte seiner Kunstsammlung in der Lobby, den Fluren und in den Konferenzräumen. Foto: dpa

Köln. Die Firmensammlung ist out, das Kunstprojekt ist in: Unternehmen entdecken Kunst neu - nicht als Investment, sondern als Partner in Prozessen.

lü Köln. Während Westspiel und WDR Kunst verkaufen, wenden sich Wirtschaftsfachleute der Kunst neu zu – und dabei vor allem der Rolle, die sie in Unternehmen spielen könne. „Wir müssen das Engagement für die Kunst ausbauen, um Zukunftsprobleme beherrschen zu können“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Fröhlich, Präsidentin der Cologne Business School in Köln. Ihre Hochschule bietet mit dem Format „Kunst und Wirtschaft“ Diskussionen und Seminare zu diesem Themenfeld an. Für Fröhlich sind Managementmethoden und Kunststrategien kein Gegensatz, sondern potenzielle Partner.

Das sieht auch der Kunstwissenschaftler Emmanuel Mir so. Mir hat gerade seine an der Universität Düsseldorf entstandene Doktorarbeit abgeschlossen ( „Kunst Unternehmen Kunst. Die Funktion der Kunst in der postfordistischen Arbeitswelt“, Transcript Verlag ). In seinem Buch analysiert Mir Beispiele für den Einsatz von Kunst in Unternehmen. „Firmensammlungen sind nicht dazu da, um ökonomische Werte zu produzieren“, grenzt sich Mir von der aktuellen Verkaufsdebatte ab. Kunst entfaltet im Management andere Werte. Vorbei allerdings die Zeiten, in denen Kunstkollektionen Prestigeobjekte der Vorstände waren. „Manche Firmensammlung gerät in Vergessenheit“, sagt Mir. Seine Beobachtung: In vielen Unternehmen wird aktuelle Kunst gezielt eingesetzt, um Mitarbeiter zu motivieren, Lernprozesse anzuregen oder die Kommunikation zu verbessern.

Nach Mirs Eindruck kommen vor allem jene Unternehmen mit der Kunst gut voran, die eigene Programme entwickeln. Zum Teil werden sogar Künstler für Workshops mit Mitarbeitern engagiert. Künstler avancieren so zu Beratern – fernab von den Rekordpreisen der Kunstauktionen.


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