Besser beraten mit Beuys Wie Unternehmen Kunst gezielt einsetzen

Von Dr. Stefan Lüddemann

Kunstsammlung: Ingo Luge, Vorsitzender der Geschäftsführung Eon Deutschland steht am in Essen (Nordrhein-Westfalen) in der Eon Unternehmenszentrale neben der Stahlskulptur „Riroriro Pongo“ von John Chamberlain (l) und dem Bild „784/88“ von Rupprecht Geiger (r). Das Energieunternehmen präsentiert rund 200 Objekte seiner Kunstsammlung in der Lobby, den Fluren und in den Konferenzräumen. Foto: dpaKunstsammlung: Ingo Luge, Vorsitzender der Geschäftsführung Eon Deutschland steht am in Essen (Nordrhein-Westfalen) in der Eon Unternehmenszentrale neben der Stahlskulptur „Riroriro Pongo“ von John Chamberlain (l) und dem Bild „784/88“ von Rupprecht Geiger (r). Das Energieunternehmen präsentiert rund 200 Objekte seiner Kunstsammlung in der Lobby, den Fluren und in den Konferenzräumen. Foto: dpa

Düsseldorf. Wirtschaft und Kunst? Das bedeutet längst mehr als die klassische Firmensammlung. Hier Beispiele für gelungene Kooparationen.

Emmanuel Mir hat in seiner Doktorarbeit erforscht, wie Unternehmen Kunst einsetzen, um ihre Strategien zu verbessern und einfach erfolgreicher zu sein. Dabei traf er auf erstaunliche Beispiele.

So schickt die Drogeriemarktkette dm ihre Auszubildenden regelmäßig auf Kunstworkshops. Nach den Informationen Emmanuel Mirs hat das Unternehmen extra eine Künstlerin eingestellt, um Workshops mit den Mitarbeitern zu veranstalten. Dabei geht es nicht darum, aus Mitarbeitern Künstler zu machen. Viel wichtiger: Die Auszubildenden sollen sich selbst entdecken, mit der Kunst kreativer und aufgeschlossener werden. Laut Emmanuel Mir stehen also klassische „Soft Skills“ im Mittelpunkt dieser Bemühung.

Zweites Beispiel: Eine Düsseldorfer Unternehmensberatung hat ihre Beratungsräume gezielt mit Kunst ausgestattet. Dabei geht es durchaus um gewichtige Beiträge, etwa von Andy Warhol oder Joseph Beuys. Bei der Anlage der Sammlung unterstützte der Kunsthistoriker Michael Bockemühl das Unternehmen. „Erfolgreich führen durch die Bilderstrategie“: So lautet nach Emmanuel Mir das Konzept. Dabei geht es um den Einsatz der Kunst in bestimmten Beratungssituationen. Wie der Kunstwissenschaftler berichtet, werden Kunstwerke ausgewählt, um mit ihnen bestimmte Probleme zu veranschaulichen und anzusprechen.

Drittes Beispiel: Ein Bauunternehmen setzt Kunst gezielt ein, um Mitarbeiter durch Veränderungsprozesse zu führen. Gemeinsam mit einer Künstlerin fanden sich Mitarbeiter zu Workshops zusammen, in denen sie selbst gezeichnete Selbstporträts verfertigten. Diese Bildnisse setzten sie in Monotypien um. Das Ergebnis: Keine große Kunst, aber Bilder, in denen sich die Mitarbeiter wiederfinden konnten. „Sie konnten sagen: Das bin ich und das mitten in Veränderungsprozessen“, beschreibt Emmanuel Mir den Lernerfolg.