Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
24.11.2014, 16:38 Uhr RISSE IM KULTURKONSENS?

Kunstverkäufe schädigen das NRW-Image

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Diese beiden Warhol-Werke wurden versteigert: „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ aus der Sammlung der Westspiel-Casinos. Foto: dpaDiese beiden Warhol-Werke wurden versteigert: „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ aus der Sammlung der Westspiel-Casinos. Foto: dpa

Osnabrück. Was bedeuten Verkäufe aus Kunstsammlungen? Sie stehen für einen Wertewandel. Und der gibt zu Sorgen Anlass. Ein Kommentar.

Die Verkäufe aus Kunstsammlungen belegen einen Wertewandel. Das Bekenntnis zur Unverletzlichkeit der Kunst scheint für viele Politiker und weitere Verantwortliche nicht mehr selbstverständlich zu sein. Kunst als demokratisches Programm, als Ausdruck bürgerlichen Selbstgefühls, als Gedächtnis: All das hat spürbar an Verbindlichkeit verloren. Wer daran denkt, Kunst aus öffentlichen Sammlungen zu veräußern, stellt auch kulturelle Überzeugungen zur Disposition.

Seltsam nur, dass dieser Trend nun ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen Fahrt aufnimmt. Denn das Bundesland ist ein Kunstland. Als Schauplatz der Kunstgeschichte nach 1945 besitzt NRW internationale Relevanz. Wäre dieses Erbe nicht gerade zu entwickeln?

Aber statt auf dieses starke Stück Deutschland zu setzen, untergraben manche dessen wertvolle Substanz. Die besteht nicht in Millionenpreisen, sondern in kulturellem Wert. Und der ist notfalls schnell verspielt.


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