Theater und der Erste Weltkrieg Hinweise zur Beziehung von Remarque und Dietrich

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Der Schriftsteller Erich Maria Remarque und die Schauspielerin Marlene Dietrich mit dem Regisseur Joseph von Sternberg (links). Foto: dpaDer Schriftsteller Erich Maria Remarque und die Schauspielerin Marlene Dietrich mit dem Regisseur Joseph von Sternberg (links). Foto: dpa

Ch.A Osnabrück. Wer sich über die Beziehung von Erich Maria Remarque und Marlene Dietrich informieren will: Hinweise zum Briefwechsel und zum Remarque-Roman „Arc de Triomphe“ sowie zu Remarque-Produktionen am Osnabrücker Theater.

Wer sich über die vielschichtige Liebesbeziehung zwischen dem Schriftsteller Erich Maria Remarque und der Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich informieren will, dem sei der Briefband „Sag mir, dass Du mich liebst“ empfohlen, den Thomas Schneider und Werner Fuld im Jahr 2003 herausgegeben haben. Auf diesen Briefband bezieht sich die Uraufführung des gleichnamigen Tanzstückes im Osnabrücker Emma-Theater. Zu lesen sind vor allem die langen, sehnsuchtsvollen und sehr poetischen Liebesbriefe des aus Osnabrück stammenden Schriftstellers. Obwohl er verheiratet war, schien sich sein ganzes Fühlen und Wünschen ab 1937 um die vielseits umschwärmte Künstlerin zu kreisen. Wenn sie sich einmal wieder aus dem fernen Amerika länger nicht meldet, scheint Remarque vor sich hin zu darben und an sein Glück nicht mehr recht zu glauben - bis hin zur grauen Depression. Sobald sie sich, wenn auch brieflich telegrammartig kurz, meldet, blüht seine Verfallenheit an diese Frau wieder auf. Ein gewisses Gefälle im Interesse aneinander ist nicht ganz zu übersehen: Marlene Dietrich lebt, in vollen und wenig rücksichtsvollen Zügen, Remarque leidet.

Ein erster Eindruck, der täuschen mag. Denn auch Marlene Dietrich hat offenbar gefallen, so wortgewaltig in einem literarischen Spiel und in verschiedenen Rollen vom weltberühmten Autor umworben zu werden. Was sie nicht daran hinderte, zeitgleich auf vielen anderen Liebeshochzeiten zu tanzen. In Remarques Roman „Arc de Triomphe“ hätte sie sich als Sängerin Joan Madou gern verewigt gesehen. Die Trennung zwischen ihr und Remarque 1940 kam dazwischen. Trotzdem blieb der Kontakt bis zu seinem Tod, ganz praktisch-konkret auch in gesunden Gerichten, die die passionierte Köchin Dietrich dem kränkelnden Remarque zukommen ließ.

Ein biografischer Widerschein der Liebesbeziehung ist im 1945 erschienenen Remarque-Roman „Arc de Triomphe“ zu finden. Der Chirurg Ravic, ein Alter Ego Remarques, mit dem er einige Briefe an Dietrich unterschrieb, glaubte, seine Fähigkeit bedingungslos lieben zu können, schon verloren zu haben, als er in Frankreich der Sängerin Joan Madou begegnet. Dasselbe schreibt Remarque seiner Marlene über sich, nachdem er die Dietrich 1937 mit Charme und Handkuss erobert hatte. Doch alle Beschwörungen seiner wiedererwachten Liebesfähigkeit nützen nichts - Marlene bleibt ihm nicht treu. Nach den Ehepartnern beider fragt man am besten nicht.

Die Dance Company am Theater Osnabrück leistet mit „Sag mir, dass Du mich liebst“ ihren Beitrag zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg und an Remarques Antikriegsromane wie „Im Westen nichts Neues“ (als Musiktheater bereits in der Spielzeit 2003/04 uraufgeführt, Regie: Thomas Münstermann). Im Schauspiel wird noch in dieser Spielzeit Remarques Roman „Der schwarze Obelisk“ dramatisiert. Die Osnabrücker Uraufführung der Bühnenfassung von Carsten Golbeck wird am 31. Januar im Theater am Domhof zu erleben sein.

„Sag mir, dass Du mich liebst“, Herausgegeben von Thomas Schneider und Werner Fuld, Briefwechsel mit Fotos, Kiwi-Taschenbuch, erhältlich auch im Osnabrücker Remarque-Friedenszentrum am Markt, Kiwi-Taschenbuch, 224 S.,12,90 Euro.


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