Musikstreaming bringt kein Geld Schluss mit Spotify: Erst Taylor Swift, jetzt Erdmöbel

Von Ralf Döring

Sound fürs digitale Zeitalter: Die Kölner Band Erdmöbel. Aber von Spotify hat sie sich zurückgezogen. Foto: Uwe LewandowskiSound fürs digitale Zeitalter: Die Kölner Band Erdmöbel. Aber von Spotify hat sie sich zurückgezogen. Foto: Uwe Lewandowski

Osnabrück. Erdmöbel sagt nein zum Streamingdienst Spotify. Das sagte Bandbassit und -Produzent Ekki Maas dem Onlinemagazin „Gründerszene“. Grund: Mit Streaming ist schlicht kein Geld zu verdienen. Erst vor wenigen Tagen hatte Taylor Swift ihre Beziehung mit Spotify für beendet erklärt.

Ist von Erdmöbel die Rede, schwingen sich Fans und Kritiker gleichermaßen zu Superlativen auf – wenn es Pop fürs Feuilleton gibt, dann macht die Kölner Band ihn. Erdmöbel feiert Erfolge,auf den Kulturseiten und im Konzert, und irgendwie scheint die Band gemacht fürs digitale Zeitalter. Musik fürs MacBook, sozusagen. Zu einem digitalen Kanal aber hat die Band nun sämtliche Verbindungen gekappt: Spotify ist seit neuestem Erdmöbel-freie Zone. Warum, das sagte Bassist und Produzent Ekki Maas im Interview mit dem Onlinemagazin „Gründerszene“ : „Die Einnahmen gehen zurück“.

Grundsätzlich habe er gar nichts gegen Streaming, sagt Maas weiter. Allerdings tauchten Erdmöbel-Songs plötzlich als Dreingabe zu Handyverträgen auf, ohne dass die Band darüber auch nur im Vorfeld informiert werde – geschweige denn angemessen bezahlt. „Die Firmen, auch große Konzerne im Internet, nehmen sich Daten, deren Urheber wir Musiker sind und machen damit Geld. Vergütet wird minimal. Das passiert auch woanders im Netz, aber so direkt und ohne Skrupel ist das neu“, heißt es in dem Interview weiter.

Vor wenigen Tagen hatte Taylor Swift ihren Ausstieg bei Spotify erklärt. Möglicherweise hängt das mit dem Verkauf von Swifts Label „Big Machine“ zusammen: Der Ausstieg aus Spotify solle man Verkaufszahlen für die neue CD „1989“ und damit den Wert des Unternehmens in die Höhe treiben, spekulierte die Fachpresse. Erdmöbel führt ebenfalls finanzielle Gründe an, aber ganz anderer Art: Maas moniert „Gründerszene“ gegenüber die schlechte Bezahlung, mit denen Streamingdienste die Musiker abspeisen. Ein Vorwurf, der immer wieder laut wird : In Amerika fließen pro Stream zwischen 0,6 und 0,84 US-Cent an die Urheber. Zu wenig zum Leben für die meisten Musiker.