Einfaches Strickmuster Fantasy-Trash: „Heaven is for Real – Den Himmel gibt’s echt“

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Osnabrück. Bei einem Blinddarmdurchbruch kommt der vierjährige Colton beinahe ums Leben. Wie durch ein Wunder überlebt er – und weiß seitdem von Dingen, die er eigentlich nicht wissen kann. „Heaven is for Real – Den Himmel gibt‘s echt“ wirft ein bedenkliches Schlaglicht auf das Weltbild vieler US-Evangelikaler.

Es fängt an mit Übelkeit, Fieber kommt hinzu. Dann wird es schlimmer: Der vierjährige Colton schwebt in Lebensgefahr. Ein Blinddarmdurchbruch zwingt die Ärzte zur Notoperation. Doch was der Junge dann auf dem OP-Tisch erlebt, versetzt auch seine Eltern in Staunen.

Als sein Vater Todd (Greg Kinnear), Pastor in einem Dorf in Nebraska, erfährt, dass sein Sohn im Himmel war und dort Jesus gesehen hat, zweifelt er zunächst. Doch woher weiß Colton Details, die er eigentlich gar nicht wissen kann? Etwa von einer Fehlgeburt seiner Mutter? Warum kann er nun auf einem Kitschbild, das in Litauen entsteht, den Messias erkennen?

Seltsam? Aber so steht es geschrieben. Und zwar in einen Buch des „echten“ Pastors Todd Burpo, das auf „wahren Begebenheiten“ beruhen soll. Und eigentlich könnte man „Den Himmel gibt’s wirklich“ schnell als puren Sakralkitsch und extrem naives Traktat abtun, würde es nicht auch ein bedenkliches Schlaglicht auf das Weltbild vieler US-Evangelikaler werfen, das so einfach zu sein scheint wie das Strickmuster des Films. Zumal Bibelfundamentalisten und „Tea Party“-Aktivisten sowohl Buch als auch Film zum Millionenerfolg werden ließen. Als sakralen Fantasy-Trash mit reichlich „Americana“-Patriotismus – so ließe sich das Erweckungsdrama wohl stilistisch am besten umschreiben.

Heaven is for Real – Den Himmel gibt es echt. USA 2014. Regisseur: Randall Wallace. Darsteller: Greg Kinnear, Kelly Reilly, Thomas Haden Church. 99 Minuten. Ohne Altersbeschränkung. Filmpassage


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