Leise Romanze Michael Douglas in „Das grenzt an Liebe“ als Scheusal

Von Vera Geisler


Osnabrück. Eine wohltuend temperierte Romanze liefert Rob Reiner mit „Das grenzt an Liebe“ ab. Michael Douglas spielt darin ein Scheusal, dass mit (fast) jedem auf Kriegsfuß steht.

Hatte der Erfolgsregisseur in jüngeren Jahren mit „Harry und Sally“ eine ganze Generation Kinogänger begeistert, so gelingt ihm – inzwischen mit seinem Publikum gereift – nun eine locker-leichte Senioren-Komödie. Angeführt von den bestens aufgelegten Stars Michael Douglas und Diane Keaton, sieht man die holprige Wandlung eines Misanthropen, der die liebevolle Seite seines Wesens bereits im Klo runtergespült hatte.

Oren Little (Douglas) ist ein Scheusal, wie es im Buche steht. Mit jedem steht er auf Kriegsfuß – und scheint es zu genießen. Nur eine Person erweckt sein Interesse: Leah (Keaton) von nebenan. Umständlich, ungeschickt und erfolglos umwirbt der gallige Grantler die Lounge-Sängerin. Doch erst, als seine bisher unbekannte Enkelin (Sterling Jerins) zu ihm zieht, kommt seine Chance.

Während Diane Keaton einmal mehr beweist, dass sie definitiv die neurotische „Annie Hall“ aus Woody Allens „Der Stadtneurotiker“ ist, darf Michael Douglas seine familieninternen Probleme via Schauspielkunst therapieren. So wie er in der Realität um seinen drogensüchtigen, inhaftierten Sohn kämpft, setzt er sich in diesem leisen Liebesfilm für den straffälligen Film-Sohn ein. Angesichts dieser Parallelen drängt sich erneut die kitzlige Frage auf, wie eng die ewige Liaison zwischen Fiktion und Fakten wohl wirklich ist.

Das grenzt an Liebe. USA 2014. R: Rob Reiner. D: Michael Douglas, Diane Keaton, u.a. Filmzeit: 93 Minuten. Ohne Altersbeschränkung. Cinema-Arthouse/Cinestar.