Grandiose Effekte, inhaltlich wenig Substanz Science-Fiction „Interstellar“: Keine Sternstunde

Von Tobias Sunderdiek


Osnabrück. Die Erde stirbt. Und mit ihr die Menschen: Schädlinge und Staubwolken zerstören die Ernten der Menschen. Der NASA-Wissenschaftler Brand verfolgt in „Interstellar“ einen Plan, um die Menschen zu retten.

Der NASA-Wissenschaftler Brand (Michael Caine) weiß, dass die letzten, die an Hunger sterben würden, die ersten sein werden, die ersticken.

Doch er verfolgt einen Plan: Er will Astronauten durch ein Wurmloch schicken, um Menschen in einer anderen Galaxie das Überleben zu sichern. Dazu wählt er sowohl Cooper (Matthew McConaughey) als auch seine eigene Tochter Amelia (Anne Hathaway) aus.

Cooper muss sich von seiner Familie trennen, auch von seiner Tochter Murph, die indes geheimnisvolle Botschaften von „Poltergeistern“ erhält.

Die Mission ins All verläuft anders als geplant. Cooper muss nicht nur gefährliche Situationen überstehen, sondern landet auch noch in der fünften Dimension. Wird er sich daraus befreien können?

Grandiose Effekte, atemberaubende Szenarien und überzeugende Darsteller – wie stets weiß Blockbuster-Regisseur Christopher Nolan („Inception“) formal zu begeistern. Schade nur, dass der Inhalt ziemlicher Mumpitz ist, der damit aus „Interstellar“ mit 169 Minuten Laufzeit nicht nur einen überlangen, sondern leider auch sehr geschwätzigen Film macht.

Allein schon die Tatsache, dass man einem Raumfahrer wie Cooper die Grundbegriffe der Astrophysik erst erklären muss, mag vielleicht Zuschauern helfen, die in der Schule nicht aufgepasst haben, wirkt hier aber ebenso unglaubwürdig wie die sentimentale und mit pathetischen Choralgesängen unterlegte Auflösung.

Der oft angeführte Vergleich mit Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ verbietet sich dabei. Denn Kubrick überwältigte mit Bilderwelten, die für sich stehen. Nolan aber überrumpelt seine Zuschauer mit (wenngleich gelungenen) Action-Momenten und einem Hollywood-Kitsch-Ende, das alles erklären will, dabei aber alles trivialisiert.

Viel äußeres Brimborium, wenig inhaltliche Substanz: eine Sternstunde des Genres sieht dann doch anders aus.

Interstellar. USA 2014. R: Christopher Nolan. D: Matthew McConaughy, Anne Hathaway, Michael Caine, Matt Damon. 169 Minuten. Ab 12 Jahren. Cinema-Arthouse, Cinestar, Filmpassage.