Gemälde Paula Modersohn-Beckers „Häuser, Birken und Mond“ vor Verkauf

Von Alex Siemer


Bremen. Das Paula-Modersohn-Becker-Museum in der Bremer Böttcherstraße fürchtet den Verlust zweier bedeutender Exponate: der Gemälde „Häuser, Birken und Mond“ sowie „Anbetung“.

Derzeit hängen die Kunstwerke der Expressionistin Paula Modersohn-Becker als Dauerleihgaben der Westdeutschen Spielbanken GmbH in der Böttcherstraße. Das könnte sich allerdings demnächst ändern: Die Gesellschaft möchte die Bilder verkaufen.

So einfach, wie sich „Westspiel“ den Verkauf der Gemälde im Wert von mehreren Hunderttausend Euro vorstellt, wird es aber voraussichtlich nicht werden. Denn das Museum verweist auf eine alte Vertragsklausel, nach der sich das Casino Bremen, einst Käufer der Bilder und später in der Westdeutschen Spielbanken GmbH aufgegangen, dazu verpflichtet habe, die Bilder in der Böttcherstraße hängen zu lassen. Unter anderen Vorzeichen, so das Museum, wäre der Verkauf an das Casino gar nicht erst zustande gekommen. Zumindest „Häuser, Birken und Mond“ gehört vor dem Deal mit dem Casino der Stadt Bremen, wie auch die meisten anderen Exponate in der Böttcherstraße. Entsprechend sicher gibt sich Verena Borgmann, wissenschaftliche Leiterin des Paula-Modersohn-Becker-Museums, dass sie sich letztlich durchsetzen wird. Zudem gehöre gerade das Bild „Häuser, Birken und Mond“ zwingend in die Böttcherstraße, da es bereits seit 1922 zur Sammlung des Museums zähle. Jetzt setzt Borgmann auf die Bremer Politik.

Heiner Stahn, Sprecher des Kulturressorts im Zwei-Städte-Staat, bestätigt denn auch, dass sein Ressort mit „Westspiel“ verhandele. Das Ziel sei eine „Bremer Lösung“. Spruchreifes gebe es indes noch nicht zu vermelden. Ähnlich äußert sich Christof Schramm, Pressesprecher bei „Westspiel“. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass es die Bilder verkaufen werde. Das Geld sei nötig, um nicht zuletzt die Spielbank Bremen zu sanieren. Ähnliches plant „Westspiel“ zudem gerade mit zwei Bildern Andy Warhols aus Nordrhein-Westfalen: Diese möchte das Unternehmen zu Sanierungszwecken versteigern.

Trotzdem möchte Schramm nicht ausschließen, dass am Ende die ganze Aufregung um Modersohn-Beckers Gemälde umsonst gewesen sein könnte: dann etwa, wenn ein Mäzen die Bilder kaufe – und in der Böttcherstraße hängen lasse.