Kampf um Existenz Frauenmuseen bangen um die Zukunft

Marianne Pitzen hat das Bonner Frauenmuseum gegründet. Foto: ImagoMarianne Pitzen hat das Bonner Frauenmuseum gegründet. Foto: Imago

epd Bonn. Vertreterinnen von Frauenmuseen aus ganz Europa beraten am Donnerstag und Freitag in Bonn über Strategien zum Erhalt ihrer Häuser. In Zeiten leerer öffentlicher Kassen gerieten viele Museen in die Schusslinie der Kulturverwalter, erklärte das Bonner Frauenmuseum als Veranstalter der Tagung.

Auch die Bonner Einrichtung kämpfe derzeit um ihre Existenz. Dabei sei Deutschland in Genderfragen wie Quote, Kinderbetreuung und Women Studies noch immer eine Art Entwicklungsland.

Obwohl Deutschland nach den USA das Land mit den meisten Frauenmuseen sei, sehe die personelle und finanzielle Situation in der Bundesrepublik besonders schlecht aus, beklagte das Bonner Ausstellungshaus. In anderen europäischen Staaten dagegen werde die Einrichtung von Frauenmuseen gefördert. So habe das dänische Frauenmuseum in Aarhus schon 1991 den Status eines Nationalmuseums erhalten. Die österreichische Gemeinde Hittisau im Vorarlberg habe sich 2000 entschieden, ihr bestehendes Museum in ein Frauenmuseum umzuwandeln, und die schwedische Stadt Umea werde in diesem Jahr ein neues Frauenmuseum eröffnen.

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International hat sich die Zahl der Frauenmuseen den Angaben zufolge von 40 auf 50 erhöht. Im Jahr 2016 will die Bonner Einrichtung wieder zu einer weltweiten Konferenz einladen, die auf der Tagung vorbereitet werden soll. Außerdem werde darüber nachgedacht, wie man neue Mitglieder für den internationalen Verband „International Association of Women’s Museums“ (IAWM) gewinnen könne, hieß es. An der Tagung in Bonn nehmen 25 Vertreterinnen europäischer Frauenmuseen von Albanien bis Irland sowie außereuropäische Gäste aus Mexiko, Tunesien, Indien und dem Iran teil.