Distanzierung von rechtem Zuspruch Dieter Nuhr: Habe Islam-Diskussion nicht gewollt

Von Burkhard Ewert

Islamkritischer Comedian: Dieter Nuhr. Foto: dpaIslamkritischer Comedian: Dieter Nuhr. Foto: dpa

Osnabrück. Mit Erstaunen hat der Kabarettist Dieter Nuhr auf eine Debatte über Islam und Islamophobie reagiert, die sich nach einem Bericht unserer Redaktion über eine Anzeige gegen ihn wegen der Beschimpfung von Religionsgemeinschaften entzündet hat.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte er, die Berichterstattung habe einer Salafistendemonstration gegen ihn in Osnabrück unnötige und unerfreuliche Werbung verschafft. Darüber sei er „mehr als verärgert“. Was eine vorherige Stellungnahme durch ihn betreffe, räumte er ein, dass diese an einem Missverständnis gescheitert sei.

Hauptsächliche Grundlage der Vorwürfe gegen Nuhr ist ein Internet-Video, das ältere und islamkritische Passagen aus seinen Programmen aneinanderreiht. „Plötzlich wird dieses Video zur Grundlage einer deutschlandweiten Diskussion über Islamophobie. Ich habe das nicht gewollt“, sagte Nuhr. „Mir ist das aufgedrängt worden.“ Dabei habe die „NOZ“ eine maßgebliche Rolle gespielt, weil sie sich aus journalistischen Gründen in der Pflicht gesehen habe, über die Demonstrationspläne von Salafisten im Vorfeld zu berichten.

„Die Rechten, die Nazis, ekelhaft“

Nuhr distanzierte sich deutlich von vielen Online-Kommentatoren etwa auf seiner Facebook-Seite, „die sich jetzt - von meiner Seite aus unerwünscht - mit mir solidarisieren, die Rechten, die Nazis, ekelhaft“. Er hätte darauf gerne verzichtet. „Viele Menschen glauben, dass Kulturschaffende gerne mit solcher Werbung leben. Das mag bei einigen Kollegen der Fall sein, bei mir nicht“, stellte Nuhr klar.

„Die Vertreter der Muslime, die sich gerade über mein Programm äußern, haben mit Sicherheit noch kein Programm von mir gesehen“, erklärte der Kabarettist weiter. „Sie beziehen sich ausschließlich auf das Video, das einen winzigen Ausschnitt zeigt und in einem völlig anderen historischen Zusammenhang entstanden ist.“ Es stamme aus der Zeit, als die USA noch im Krieg gegen den Terror waren. Gleichwohl bleibe er dabei, vor Gefahren des radikalen Islam zu warnen. „Nur zur Erinnerung: Die Salafisten sind es, die den Mördern und Folterern nahestehen, aus ihren Reihen stammen die meisten der Dschihadisten, die von Deutschland aus in den Nahen Osten reisen“, sagte Nuhr. „Täglich können wir in den Zeitungen lesen, dass wieder im Namen des Islam gemordet und gefoltert wurde.“