Zeitung soll nicht berichten Dieter Nuhr schießt scharf daneben

Gar nicht so spaßig reagiert der Kabarettist Dieter Nuhr auf die Berichterstattung über eine Strafanzeige und den Protest eines Muslims aus Osnabrück gegen seinen Auftritt. Foto: dpaGar nicht so spaßig reagiert der Kabarettist Dieter Nuhr auf die Berichterstattung über eine Strafanzeige und den Protest eines Muslims aus Osnabrück gegen seinen Auftritt. Foto: dpa

Osnabrück. Dieter Nuhr schießt scharf zurück: Nachdem ihn ein Muslim aus Osnabrück wegen „Beschimpfung von Religionsgemeinschaften“ angezeigt hat, nimmt der Kabarettist unsere Zeitung aufs Korn. Er will Reportern der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ den Zugang zu seinem Auftritt am Samstag in der Osnabrückhalle verwehren. Auf seiner Facebook-Seite behauptet er, ihm sei vor der Berichterstattung keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden. Diese Behauptung ist nachweislich falsch.

Nuhrs Agentur „Kulturagenten“ wurde von unserer Redaktion zweifach schriftlich und zweifach telefonisch um eine Stellungnahme gebeten. Die erste bereits sehr konkrete Anfrage erfolgte am 6. Oktober, also mehr als zwei Wochen, bevor die „Neue Osnabrücker Zeitung“ über die Anzeige berichtete. Die Agentur antwortete, dass Nuhr erst nach seinem Auftritt in Osnabrück an diesem Wochenende Stellung zu den Vorwürfen beziehen werde. Nach mehreren Gesprächen bot sie einen Telefontermin am Dienstag, 28. Oktober, an.

Agentur-Geschäftsführer Christian Schulz versicherte unserer Redaktion an diesem Freitag, die Anfragen an den Künstler weitergeleitet und sie mit ihm persönlich besprochen zu haben. Der Comedian hatte also frühzeitig Gelegenheit zu reagieren, entschied sich aber dagegen.

Auf seiner Facebook-Seite stellte Nuhr am Freitag die Frage: „Braucht ein Land, das solche Zeitungen hat, überhaupt noch Islamisten?“ Gegenüber unserer Redaktion bezeichnete er die Berichterstattung als „lächerlich“ und verlangte eine Entschuldigung sowie eine Richtigstellung. Burkhard Ewert, Mitglied der Chefredaktion der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, lehnte dies unter Verweis auf Nuhrs falsche Darstellung der Vorgänge ab.

Darüber hinaus will Nuhr Reportern der „NOZ“ den Zugang zu seinem Auftritt am Samstag in der Osnabrückhalle verwehren. „Kulturagent“ Schulz setzte die Chefredaktion am Freitagabend telefonisch von einer entsprechenden Anordnung Nuhrs in Kenntnis, dass keine Journalisten eingelassen werden dürften, die für die Zeitung tätig seien. Grund sei die Berichterstattung der „NOZ“ über die Anzeige gegen Nuhr.

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