Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
01.10.2014, 07:00 Uhr TRADITION BEGRÜNDET DIE DIFFERENZ

Staatstheater und Stadttheater: Was macht den Unterschied?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Theaterpracht: Blick in den Zuschauerraum des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: dpaTheaterpracht: Blick in den Zuschauerraum des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: dpa

Osnabrück. Staatstheater und Stadttheater trennt nicht viel - außer dem Budget. Doch ist dieser Unterschied noch zeitgemäß? Ein Kommentar.

Mehrere Sparten, festes Ensemble, Repertoire: Auf diesen drei Säulen ruht der deutsche Theaterbetrieb. Dabei macht es keinen Unterschied, ob diesen Betrieb ein Staats- oder Stadttheater unterhält. Die Philosophie bleibt gleich. Wozu also diese Differenz, zumal Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen oder Sachsen-Anhalt ohne Staatstheater auskommen?

„Neu seit 1690“: Der Slogan des Braunschweiger Staatstheaters sagt es: Diese Theater verweisen als ehemalige Hoftheater auf eine lange Tradition. Das wird honoriert – mit Etats, die weniger von den Städten als den Bundesländern getragen werden. So wendet etwa die Stadt Osnabrück für ihr Theater deutlich mehr Geld auf als die Stadt Oldenburg, wo das Land den Löwenanteil am Budget bestreitet.

Aber wie zeitgemäß ist eine Differenz, die sich auf Rangunterschiede von einst stützen muss? Staatstheater garantieren nicht per se die besseren Aufführungen oder ein Plus an künstlerischem Wagemut. Höchste Zeit eigentlich für eine offene Diskussion.


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