CD-Tipp Voller Ironie: Kraftklubs „In Schwarz“



Osnabrück. Es hat Kraft, rockt unbeirrt und ist voller Ironie: „In Schwarz“, das neue Album vom Kraftklub.

Natürlich erhebt manch ein Zeitgenosse seine Stimme, der der Meinung ist, das höre sich alles an wie auf dem ersten Album. Aber: Kein Mensch erwartet, dass sich eine Band mit ihrem zweiten Werk neu erfindet. Glücklicherweise hat diese Truppe ihren eigenen Stil, den sie pflegt, der durch Hunderte Live-Auftritte geölt wurde, ohne seine Ecken und Kanten zu verlieren.

Das spiegelt sich in diesen zwölf neuen Songs wider, die die Gebrüder Felix und Till Brummer zusammen mit ihren Klub-Kumpanen geschrieben und aufgenommen haben. Während andere Bands beim zweiten Opus anfangen, produktionstechnisch aufzurüsten und penibel am Sound herumzufeilen, bis die Spontaneität weg ist, hat der Kraftklub drauflosgerockt. „Ich kann mich nicht konzentrieren… wegen dir“, singspricht Felix, angetrieben von rasanten Beats und gradlinigen Riffs, wenn er verliebt ist. Das ist der Gegenentwurf zum Schlager, den wir hören wollen.

Ansonsten handeln die Songs vom Abfeiern, vom geliebten Fahrrad, von der Gang, die durch den Kiez streunt. Und von der Befindlichkeit des Publikums: Im Song „Unsere Fans“ bekommen diejenigen süffisant eins auf den Deckel, die einer Band die Glaubwürdigkeit absprechen, sobald mehr als 1000 Leute zum Konzert kommen.

Kraftklub: „In Schwarz“ (Universal)


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