Comicverfilmung Unappetitlich: „Sin City 2: A Dame to Kill for“

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Szene aus „Sin City 2“.

            

              
              Foto: Sony PicturesSzene aus „Sin City 2“. Foto: Sony Pictures

Osnabrück. Es ist ein Film voll von Brutalität: „Sin City“. Dabei will der Streifen eine Hommage an den Film noir sein. Das gelingt ihm aber nicht.

sun Osnabrück. Dauerregen fällt auf Sin City herab, verwandelt die Stadt in einen Morast – wobei der Dauerniederschlag jedoch nicht den moralischen Morast, der diesen Ort beherrscht, wegzuspülen vermag.

Korrupte Politiker, Femmes fatales, Trinker: Wie ein Konglomerat aus den Film-Noir-Archtetypen der 40er/50er-Jahre behauptet auch der zweite Teil der Comicverfilmung des extrem rechtslastigen Zeichners Frank Miller (auch Ko-Regie), eine Hommage an die Schwarze Serie Hollywoods zu sein. Ein Trugschluss.

Zwar wird der Film erneut im harten Schwarz-Weiß (mit einigen Farbtupfern im Bild) erzählt, doch ist sein Stil dabei eher behauptet als wirklich durchdacht. Sprüche ersetzen Dialoge, und unfreiwillig ins Lächerliche gezogene, überzüchtete Stereotypen sollen Charaktere – vergeblich – darstellen. Da hilft es auch nicht gerade, dass die Handlung ziemlich verworren daherkommt. Es geht um Rache an eine kaltblütig mordende Millionärsgattin, einen Kartenspieler, dem sein anfängliches Glück reichlich Pech einbringt, und eine Stripperin, die Rache üben will. Das alles ist episodisch angelegt und verkommt dabei allerdings nur zu einem Schaulaufen an Gastauftritten von Stars wie Bruce Willis, Stacy Keach, Ray Liotta oder Lady Gaga. Ein gutes Drehbuch sieht jedoch anders aus. Ein guter Film Noir auch.

Hinzu kommen allerlei brutale Scheußlichkeiten: Gebrochene Glieder, herausgerissene Augäpfel, abgetrennte Körperteile. Ein in jeder Hinsicht unappetitlicher Film.

Sin City 2: A Dame to Kill for. USA 2014. R: Robert Rodriguez, Frank Miller. D: Mickey Rourke, Jessica Alba, Eva Green. 102 Minuten. Ab 18. Cinestar, Filmpassage


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