Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
20.09.2014, 07:00 Uhr KÜNSTLERDÖRFER IN DER KRISE

Welche Zukunft hat Worpswede?

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Eine Besucherin schaut sich im Skulpturen Park an der Galerie Altes Rathaus in Worpswede (Niedersachsen) die Skulptur Großer Wächter von Christoph Fischer an. Die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen war bis 2009 eine renommierte Stipendiatenstätte. Foto: dpaEine Besucherin schaut sich im Skulpturen Park an der Galerie Altes Rathaus in Worpswede (Niedersachsen) die Skulptur Großer Wächter von Christoph Fischer an. Die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen war bis 2009 eine renommierte Stipendiatenstätte. Foto: dpa

Worpswede. Künstlerdörfer wie Worpswede sind Publikumsmagneten. Doch sie haben ein Problem: Sie gründen ihren Ruf auf die Vergangenheit. Wie kann es weitergehen. Ein Kommentar.

Und wie geht die Geschichte weiter? Diese Frage trifft viele Künstlerkolonien ins Mark. Denn sie erzählen meistens Geschichten, die in der Vergangenheit spielen. Worpswede macht da, auf den ersten Blick, keine Ausnahme. Künstlerorte konservieren Aufbrüche von einst. Der Anschluss an das Heute gelingt selten.

Das Problem: Wie können Kunst und Kreativität auch aktuell zum Erlebnis gemacht werden? Worpswede macht der Verlust der Künstlerstipendien zu schaffen. Zudem hat das Künstlerdorf als Modell des kreativen Zentrums schon lange an Faszinationskraft verloren. Kunst organisiert sich heute einfach anders als um 1900, als die Künstler in die einsamen Orte zogen.

Künstlerorte haben meist eine starke Gründergeneration und danach viele Generationen von Epigonen. Auch in Worpswede malen heute noch viele im Stil der alten Worpsweder. Worpswede versucht den Spagat, indem es das eigene Profil stärkt und zugleich frische Impulse inszeniert. Aber Kreativität gibt es nicht auf Bestellung. Auch in Worpswede nicht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN