Ein Bild von Dr. Stefan Lüddemann
17.09.2014, 17:44 Uhr WAS SICH MIT DEM LWL MUSEUM VERÄNDERT

Das Museum ändert sein Gesicht

Kommentar von Dr. Stefan Lüddemann

Neuer Akzent in der Museumslandschaft: Das LWL-Museum in Münster. Foto: dpaNeuer Akzent in der Museumslandschaft: Das LWL-Museum in Münster. Foto: dpa

Münster. Einfach noch ein Museum? Nein, denn das neue LWL Museum in Münster zeigt, wie sich das Museum selbst verändert. Ein Kommentar.

Mit jedem neuen Bau verändert das Museum sein Gesicht – und seine Funktion. Da macht das neue Münsteraner Landesmuseum nicht nur keine Ausnahme, es markiert sogar ganz deutlich eine Richtung. Die Botschaft dieses Hauses: Die Zeit der verschlossenen Schatzhäuser ist abgelaufen. Das Museum öffnet sich dem Besucher, es zieht sich in verschiedene Areale auseinander, es öffnet den Stadtraum, gibt Bewegungsrichtungen vor.

Das neue Münsteraner Haus funktioniert als Drehscheibe für soziales Leben und zugleich als Haus, das einen historischen Sammlungsbestand in ein pralles Bildertheater für die Gegenwart übersetzt. Tradition allein genügt nicht mehr. Der entschlossene Sprung nach vorn ist gefragt.

Entsprechend ergeben sich zu verwandten Museen Korrespondenzen und Abgrenzungen. Das Münsteraner Haus organisiert sich nach einem Prinzip der offenen Höfe. Darin ähnelt es dem 2010 eröffneten Essener Museum Folkwang. Es funktioniert allerdings nicht als geschlossener Block wie das Wallraf-Richartz-Museum in Köln. Dessen Architekt Oswald Mathias Ungers hatte in Köln einen abweisenden Kubus konstruiert. In Münster ist jetzt zu sehen, wie anders ein Museum gedacht werden kann, auch zum Vorteil der Kunst.