Neu im Kino „Doktorspiele“: Simpel gestrickt, gut gespielt

Von Wolfgang Mundt

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Osnabrück. Freibad, Fußball und Mädchen: Der „Summer of Love“ des sechzehnjährigen Andi (Merlin Rose) könnte so schön werden. Klar, dass er im Film „Doktorspiele“ stattdessen eher chaotisch abläuft.

Zwei moderne und tolerante Eltern hat er auch: die nebenbei als Heilpraktikerin arbeitende Claudia (Christiane Paul) und den motorradbastelnden Musiker Tom (Oliver Korittke). Die haben jetzt die seit Kindheitstagen nicht mehr wiedergesehene Sandkastenfreundin Lilli (Lisa Vicari) für ein paar Tage in ihr Haus eingeladen.

Das irritiert Andi in seiner Konzentration darauf, den Klassenschwarm Katja ( Ella-Maria Gollmer) zu erobern. Ist er doch eher der schüchterne Typ. Lilli als natürlicher Kumpel-Typ unterstützt ihn mit ihrem gesunden Menschenverstand, der sich mondän gebenden, aber falsch spielenden Katja näherzukommen. Katja schwärmt nämlich und eigentlich für Bobby (Jannis Niewöhner, der männliche Hauptdarsteller aus „Rubinrot“ und aktuell „Saphirblau“).

Diese Konstellationen komplettieren das Gefühlschaos dieser deutschen Teenager-Komödie im Stil von „American Pie“. Noch nie hatten Teenager so viele Informationsmöglichkeiten zu Sex. Weder Dildos noch Intimrasuren, Waxing oder Pornofilme lässt der Film aus. Alle Jungs wollen einen großen Penis, alle Teens die ideale Figur.

Die Protagonisten sind zwar simpel gezeichnet, spielen aber gut. Zum Ende schafft die Verfilmung der gleichnamigen Romanvorlage von Jaromir Konecny sogar noch die Kurve von der Klamotte zu einer romantischen Komödie. Wer hätte das gedacht, angesichts all der Plattheiten und Klischees vorher.

Doktorspiele. R: Marco Petry. D: Merlin Rose, Maximilian von der Groeben, Lisa Vicari, Ella-Maria Gollmer, Christiane Paul, Oliver Korittke. 96 Min., ab 12 Jahren. Filmpassage, CineStar.


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