Neu im Kino „Guardians of the Galaxy“: Formelhafter Blockbuster


Osnabrück. Raumschiffe explodieren, Gauner rasen durchs All, und das alles nur wegen einer Metallkugel? Als der Abenteurer Peter Quill (Chris Pratt) dieses Artefakt raubt, um es an einen Hehler zu verhökern, weiß er noch nicht, dass dies der Auftakt zu einer Jagd um die Macht im ganzen Kosmos ist. Denn die Kugel birgt ein Geheimnis, mit dem man die Urkräfte entfesseln kann.

Schon bald wird Quill nicht nur von dunklen Gestalten gejagt, sondern auch von seltsamen Figuren begleitet: Einer blauhäutigen Frau, einem muskelbepackten Kretin, einen wandelnden Baumstamm sowie einem sprechenden Waschbären, der mit einer Art Bazooka-Waffe alles zu Klump schießen will.

Es folgen die genreüblichen Kämpfe, und am Ende eine Schlacht, in der das Böse vom Guten besiegt wird. Sowie im Nachspann die Ankündigung, dass die Fortsetzung folgt. Was angesichts der Rieseneinspielergebnisse des Films auch nicht weiter verwundern dürfte.

Comichelden waren zuletzt ja auch nicht mehr, was sie mal waren. Ob „Batman“, „Superman“ oder „Spiderman“ – sie alle mussten in den letzten Jahren so viele psychologische Probleme wälzen und in dermaßen düsteren Szenarios auftreten, dass der Regiestuhl dabei oft zur Psychiatercouch verkam. Davon ist die Marvel-Comic-Verfilmung „Guardians of the Galaxy“ weit entfernt. Im Gegenteil: Dieser Film klont ziemlich epigonal die Handlung des ersten „Star Wars“-Films von 1977. Mit einem Unterschied: Alles wirkt nicht nur gröber, sondern wirkt auch deutlich kalkulierter.

Den Fans dieser Art von Unterhaltung liefert Regisseur James Gunn („Slither“, „Super“) jedenfalls ein den Erwartungen entsprechendes Produkt ab. Menschen, die wenig mit formelhafter Blockbuster-Dramaturgie anfangen können, aber auch. Was bleibt, ist eine reine Fanboy-Veranstaltung, die aber immerhin hübsche, nicht nur musikalische Referenzen an die 70er und 80er liefert.

Guardians of the Galaxy. USA 2014. Regie: James Gunn. D.: Chris Pratt, Zoë Saldana, Michael Rooker. 121 Minuten, ab 6 Jahren.


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