„Madame Mallory und der Duft von Curry“ Wie nach Kochrezept

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Osnabrück. In „Madame Mallory und der Duft von Curry“ ist der Wunsch nach Harmonie Vater des Gedankens. Heraus kommt, trotz respektabler Schauspieler, ein seltsam fader Einheitsbrei. Ein „Wohlfühlfilm“, der jedoch zeigt, dass solche Filme auch nur mit Wasser kochen. Auch wenn sie etwas anderes behaupten.

Der Grenzbeamte hat ein Einsehen. Als eine indische Familie unter der Führung eines jüngst verwitweten Restaurantbesitzers (Bollywood-Star Om Puri) Asyl in Europa sucht, lässt er sich schnell erweichen mit der Aussage, zum Kochen brauche man „Seele“ im Gemüse. Und die fehle nun mal in England, wo die Flüchtlinge zunächst gelandet sind.

Und so findet sich die Familie aus Mumbai schon bald in einem französischen Dorf wieder, das so klischeehaft nach Puppenstubenromantik aussieht, dass selbst diverse Weichkäse-Werbespots dagegen wie „Cinéma Vérité“ aussehen. Und natürlich finden sie auch ein passendes, pittoreskes Haus, in dem sie ihre indische Küche anbieten können. Nur: Gegenüber steht ein von einer gestrengen Madame Mallory (Helen Mirren) geleiteter Haute-Cuisine-Tempel. Und die ist gar nicht erfreut über die Konkurrenz. Bis der indische Koch Hassan (Manish Dayal) sich nicht nur in eine Köchin von gegenüber verliebt, sondern auch die französische Art zu kochen kennenlernen will. Und das bei Madame Mallory!

Ein Film wie nach Kochrezept: Man nehme eine Kulisse, die aussieht, wie sich amerikanische Touristen Europa erträumen, mische schmalzige Kalendersprüche als Lebensphilosophie unter, verrühre es mit ein bisschen Exotik (hier auch durch die Musik von A. R. Rahman, „Slumdog Millionär“), präsentiere es im romantischen Gegenlicht, köchle das Ganze auf der Sparflamme absolut vorhersehbarer Ereignisse weiter und serviere am Ende ein überzuckertes Etwas.

Kein Zweifel, wäre Lasse Hallström ein ZDF-Regisseur, würde er wahrscheinlich Rosamunde-Pilcher-Romane verfilmen. Aber da der gebürtige Schwede nun mal in Hollywood arbeitet, hat er zumindest bessere Schauspieler und ein höheres Budget. Das Rezept bleibt aber das gleiche: Nach diversen Nicholas-Sparks-Verfilmungen und Semi-Trash wie „Lachsfischen in Jemen“ vermengt auch diese Verfilmung eines Romans von Richard C. Morais einfachste Zutaten von Groschenromanen.

Was bleibt, ist ein „Feel Good Movie“, das es jedem recht machen will. Wobei der Film ob seiner arg geschönten Weltsicht vor allem eins verursachen dürfte: Magengrummeln. Ganz klar, mit Filmkunst hat das Ganze so viel zu tun wie eine Tütensuppe mit einem Bœuf bourguignon.

Madame Mallory und der Duft von Curry. USA 2014. R: Lasse Hallström. D: Helen Mirren, Om Puri, Manish Dayal. 122 Minuten. Ohne Alterbeschränkung.


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